Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie funktionieren Geschäftsbeziehungen in Russland und der Ukraine?

01.12.2005


PricewaterhouseCoopers (PwC) befragte in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE) 27 baden-württembergische Automobilzulieferer und Maschinenbauer / Studie zeigt auf, wie mittelständische Unternehmen Fehler vermeiden.



Auf der Suche nach Wachstumschancen blicken deutsche Mittelständler immer häufiger über die Landesgrenzen. Bislang fast unbemerkt blieben dabei Russland und die Ukraine, die besonders für mittelständische Automobilzulieferer und Maschinenbauer attraktive Ziele sind. Im Jahr 2004 gab es allein in Russland 1,4 Millionen Neufahrzeuge. Noch rasanter ist das Wachstum in der Energiewirtschaft. Trotz langjähriger Geschäftsbeziehungen agieren deutsche Unternehmer in Russland und der Ukraine dennoch unsicher, wenn es um den Auf- oder Ausbau von Kooperationen geht. "Wir sehen immer wieder, dass deutsche Manager im Vergleich zu Italienern und Amerikanern wenig Zeit mitbringen und sich oft in zu große und damit teure Risiken stürzen", berichtet PwC-Partner Christian Ziegler, der als einer von 1.300 PwC-Mitarbeitern in Moskau deutsche Unternehmen beim Markteintritt betreut.



Um ein Investment zum Erfolg zu führen und hierfür optimale Wege aufzuzeigen, analysierte die FHTE in Zusammenarbeit mit PwC die Aktivitäten von 27 baden-württembergischen Automobilzulieferern und Maschinenbauern in Russland und der Ukraine. Die Studie "Vom Risiko zur Chance - Russland und die Ukraine im Fokus mittelständischer Maschinenbauer und Automobilzulieferer aus Baden-Württemberg" fasst die Erfahrungen der Unternehmen zusammen und gibt einen Leitfaden für Vorgehensweisen in den Bereichen Marketing, Personalpolitik und Organisation an die Hand. "Darüber hinaus empfehlen wir den Unternehmen, Bürgschaften des Bundes in Anspruch zu nehmen", erläutert Rüdiger Dresel, PwC-Partner und Ansprechpartner für Osteuropa in Stuttgart. Mit diesen Garantien unterstützt die Bundesregierung Unternehmen bei Auslandsinvestitionen.

Die Geschichte mancher Geschäftsbeziehungen der befragten Unternehmen reicht bis in die 30er-Jahre, bei vielen sogar bis in die 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Russland und die Ukraine sind, im Vergleich zu China, deutschen Unternehmen also nicht fremd, dennoch finden sich viele im Dickicht aus Abhängigkeiten und Bürokratie nicht zurecht.

"Wer hier den rechtssicheren Weg verlässt, geht ein unkalkulierbares Risiko für sein globales Geschäft ein und macht sich nicht nur lokal erpressbar, sondern auch nach deutschen bzw. ausländischen Rechtsvorschriften strafbar", warnt Rüdiger Dresel. Wer dagegen von vornherein einen langen Atem hat, zu seiner ursprünglichen Zeitplanung jeweils mindestens drei Monate dazurechnet und viel Zeit für Gespräche mit unterschiedlichen Institutionen und Repräsentanten einplant, kann sehr erfolgreich in Russland agieren. Das bestätigt auch Walter Pfaller vom Automatisierungsunternehmen Festo in Esslingen. "Wir sind seit über 30 Jahren in Russland aktiv und haben seit 1988 eigene Landesgesellschaften in Russland und der Ukraine. Insgesamt sind wir in 25 Industriezentren vertreten." Das Unternehmen vertreibt nicht nur Produkte, sondern produziert vor Ort pneumatische Komponenten und Systeme für den lokalen Markt. "Im Bereich der Aus- und Weiterbildung profitieren wir darüber hinaus von der langjährigen Zusammenarbeit mit Universitäten in beiden Ländern", erläutert Pfaller.

Die Gründe, warum Maschinenbauer und Automobilzulieferer bislang nach Osten gingen, sind unterschiedlich. "Bei den Automobilzulieferern sind einige Unternehmen aufgrund geringerer Kosten in Russland und der Ukraine oder sie folgten Automobilherstellern. Einige wurden durch die Modernisierung der lokalen russischen Automobilfabriken aktiv", erläutert der Leiter der Studie Helmut Kohlert von der Fachhochschule Esslingen. Der Professor für Marketing baut seit Jahren Managementprogramme für technisch orientierte Unternehmen in Russland auf.

PwC hat auf die Anforderungen der Unternehmen reagiert und ein so genanntes Mittel- und Osteuropa-Desk eingerichtet, in dem Deutsche, Russen und Ukrainer ihr Wissen zur Verfügung stellen. "Darüber hinaus arbeiten wir von Deutschland aus im engen Schulterschluss mit unseren Kollegen in Russland zusammen und geben wichtige lokale Erfahrungswerte weiter", so Dresel.

Die Studie "Vom Risiko zur Chance - Russland und die Ukraine im Fokus mittelständischer Maschinenbauer und Automobilzulieferer aus Baden-Württemberg"
können Sie unter der unten aufgeführten Internetadresse anfordern.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Rüdiger Dresel
PricewaterhouseCoopers
Tel.: 0711 / 2 50 34 - 52 12
E-Mail: ruediger.dresel@de.pwc.com

Prof. Dr. Helmut Kohlert
Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik
Fakultät Betriebswirtschaft
Tel. 0711/397 43 36
E-Mail: helmut.kohlert@fht-esslingen.de

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.200 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

Prof. Dr. Helmut Kohlert ist Professor für Business Management an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE). Außerdem ist er als Berater und Trainer mit den Schwerpunkten Marketing, Internationales Marketing und Entrepreneurship tätig. In Russland baut er Trainingsprogramme für technische Unternehmen auf und führt Seminare und Workshops durch. Er ist Autor von Büchern wie "Marketing für Ingenieure" und "Internationales Marketing für Ingenieure" und führte gemeinsam mit PricewaterhouseCoopers die Studie über Russland und die Ukraine durch.

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.fht-esslingen.de
http://www.pwc.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie