Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy überholt Festnetz

30.11.2005


Der Flatrate gehört die Zukunft - Erste Resultate der Umfrage des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft veröffentlicht

Bis zum Jahr 2010 werden die deutschen Bundesbürger überwiegend mit dem Handy ihre Anrufe erledigen und nur noch vereinzelt das konventionelle Festnetz nutzen. Davon ist jedenfalls nach den Ergebnissen einer Umfrage auszugehen, die der Arbeitskreis M-Commerce des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft durchgeführt hat. Rund 93% der befragten Experten gaben an, dass bis dahin das Handy das wichtigste Medium zum Telefonieren sein wird. Mehr als ein Drittel der Fachleute geht davon aus, dass das Festnetz wie wir es heute kennen 2010 so gut wie überhaupt keine Rolle mehr spielen wird. Die Mobilfunkbetreiber schüren diesen Trend mit immer neuen Angeboten, um sich im harten Konkurrenzkampf durchzusetzen und an die Spitze zu gelangen. "Es ist aber noch längst nicht klar, ob die Mobilfunkbetreiber am meisten von diesem Trend profitieren werden oder ob die Festnetzbetreiber die besten Mobilfunkangebote anbieten werden", meint Dr. Bettina Horster, Vorstandsmitglied der VIVAI Software AG und Leiterin des eco Arbeitskreises M-Commerce.

Nachdem sich die Mobilfunkbetreiber eine wahre Preisschlacht mit Discount-Angeboten geliefert haben, rückt jetzt zunehmend die Flatrate für das Handy ins Rampenlicht - jedenfalls glauben knapp 80% der befragten Fachleute, dass die Flatrate für Sprach- und Datendienste schon bald die Discount-Preise bei den Angeboten abgelöst haben wird. Festnetzbetreiber werden schneller mit dieser neuen Angebotsform zu kämpfen haben, als ihnen lieb ist. In der Umfrage gaben rund drei Viertel der Experten an, dass Festnetzbetreiber bereits in naher Zukunft ernsthafte finanzielle Einbußen aufgrund der Marktdurchdringung mit der Flatrate zu befürchten haben.

"Für sie spricht vor allem die Transparenz der Kosten im ansonsten zu beobachtenden undurchdringlichen Dickicht des Preisdschungels", kommentiert Dr. Bettina Horster. "Unsere Umfrage kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Preise für mobile Services einfach nicht transparent genug sind - gut 95% der befragten Experten sind dieser Meinung." Das ist aber nicht das einzige Hindernis, dass die Mobilfunkbetreiber zu überwinden haben, um das Wachstum noch mehr zu beschleunigen. Die Preise für das Telefonieren mit dem Handy sind insgesamt noch zu hoch. Nur 4,5% der Befragten sagten aus, dass es derzeit schon preiswert ist.

Viel diskutiert ist derzeit auch die Frage, ob die Handy-Flatrate die alle Verbindungen abdeckt, noch durch die Bundesnetzagentur und das Thema überhöhte Interconnection-Fees gebremst wird. Mehr als zwei Drittel stimmten hier zumindest teilweise zu. Lediglich 9,1% sind der Meinung, dass eher andere Gründe eine Rolle spielen. Weitgehende Einigkeit herrscht wieder bei der Frage, warum sich die Discount-Preise nicht wie von den Mobilfunkbetreibern erwartet durchsetzen konnten. Etwas mehr als 90% der Experten gehen davon aus, dass insbesondere der weniger informierte Verbraucher kräftig mehr bezahlt, weil viele Anbieter trotz vehementer Kritik nach wie vor zwischen netzinternen und netzexternen Gesprächen unterscheiden.

eco ist seit zehn Jahren der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Die 300 Mitgliedsunternehmen beschäftigten über 200.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von ca. 40 Mrd Euro jährlich. Im eco-Verband sind die rund 110 Backbones des deutschen Internet vertreten. Der Verband betreibt den größten nationalen Datenaustauschknoten DE-CIX. Verbandsziel ist es, die kommerzielle Nutzung des Internet voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Der eco-Verband versteht sich seit zehn Jahren als Interessenvertretung der deutschen Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in internationalen Gremien.

Andreas Dripke | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.eco.de

Weitere Berichte zu: Festnetz Festnetzbetreiber Flatrate Handy Mobilfunkbetreiber

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie