Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlechtes Change Management kostet Unternehmen Produktivität und Mitarbeiter

22.11.2005


Wenn Mitarbeiter nicht wollen wie sie sollen

Unternehmen schätzen, dass unzulänglich durchgeführte Veränderungsprozesse einen Produktivitätsrückgang von durchschnittlich 21 Prozent verursachen. Jeder fünfte Mitarbeiter wird damit rein rechnerisch zum Totalausfall. So ein Ergebnis der zweiten Change Management Studie von Capgemini. Für die Untersuchung wurden 114 Führungskräfte aus großen deutschen, österreichischen und schweizerischen Unternehmen befragt. Ineffizientes Arbeiten aufgrund der Unkenntnis über den Veränderungsprozess (82 Prozent Nennungen) oder unzureichender Informationen über das erwartete Ergebnis (41 Prozent) sind dabei wesentliche Punkte. Auch die bewusste Opposition wird häufig beobachtet (77 Prozent). Die letzte Konsequenz in Form von Kündigung wird von rund einem Viertel der Unternehmen als Folge genannt. Auf im Schnitt neun Prozent schätzen die Unternehmen die Fluktuation bei schlecht gemanagten Change Prozessen. Im Ländervergleich wird in Deutschland gerne opponiert, während die Schweizer überproportional häufiger kündigen oder sich in den Krankenstand zurückziehen.

Change Management wird wichtiger - die Probleme bleiben

"Change Management lebt davon, dass viele Menschen nicht so wollen wie sie sollen", so Martin Claßen, Vice President bei Capgemini. Dementsprechend ist und bleibt der bewusst gesteuerte Veränderungsprozess eine wichtige Aufgabe im Unternehmen - mit zunehmender Bedeutung: 29 Prozent halten Change Management aktuell für sehr wichtig und weitere 55 Prozent für wichtig. Für das Jahr 2010 steigt der Wert für "sehr wichtig" auf 42 Prozent, bei 54 Prozent Nennungen für "wichtig". Recht ähnliche Bedeutungszuwächse für die Zukunft ergab bereits die Befragung vor zwei Jahren. Gleich geblieben sind auch die genannten Hindernisse: An der Spitze der Probleme bei Change Maßnahmen stehen zu viele Aktivitäten ohne Priorisierung. Platz zwei nehmen die Interessens- und Zielkonflikte ein, gefolgt von mangelnder Unterstützung aus dem Linienmanagement.

Weniger "harte Hunde" im Management

"Grundsätzlich leidet Change Management daran, dass das unbekannte Morgen anders ist als das vertraute Heute. Wie man damit umgeht - daran scheiden sich die Geister", so Claßen. Etwa 40 Prozent der ersten Führungsebene in einem Unternehmen wird das Motto zugeschrieben: "Wenn der Leidensdruck für die Mitarbeiter nur groß genug ist, passen sich diese an die erforderlichen Veränderungen an." Der Wert in der Umfrage im Jahr 2003 betrug 45 Prozent. Auf der anderen Seite vertreten 64 Prozent die Ansicht, "wir müssen die Betroffenen zu Beteiligten machen und den Veränderungsprozess aktiv unterstützen" (Wert 2003 = 56 Prozent; Summe >100 Prozent ergibt sich durch die Berechnungsmethode mit gewichteten, indexierten Werten). In der Gesamtschau hat damit die Zahl der mitarbeiterorientierten Manager zu- und die der "harten Hunde" abgenommen. Für die befragten Führungskräfte entspricht das Idealbild eines Change Managers dabei wohl eher dem mitarbeiterorientierten Chef: Kommunikationsfähig (64 Prozent), zielorientiert (49 Prozent), konflikt- (45 Prozent) und motivationsfähig (44 Prozent) sollte er sein. Eigenschaften, die man nach Meinung von drei von fünf Befragten nicht lernen kann, sie seien in der Persönlichkeit verankert. "Der Paulus lässt sich nicht noch einmal zum Paulus bekehren und beim Saulus ist es wahrscheinlich vergebene Liebesmüh. Er wird es trotz Schulung niemals begreifen", so Martin Claßen.

Thomas Becker | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.capgemini.com
http://www.capgemini.de

Weitere Berichte zu: Change Produktivität Veränderungsprozess

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17
24.07.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie