Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore Müdigkeit verhindert Kostensenkungen bei Finanzdienstleistern

17.11.2005


Deloitte Studie zeigt Offshoring/Nearshoring verändert in den nächsten Jahren 20 Prozent der Banken-Arbeitsplätze


Finanzdienstleister nutzen das durch Offshoring mögliche Kostensenkungspotenzial derzeit nur zu einem Drittel aus. Dies geht aus einer neuen Studie von Deloitte hervor. Laut Studie verlagern besonders erfolgreiche Finanzinstitute 6,7 Prozent ihres weltweiten Personalbestands in Niedriglohnländer. Durchschnittlich sind es 3,5 Prozent. Würden alle befragten Unternehmen mit Offshoring-Aktivitäten diesen "Best Practice"-Anteil erreichen, könnten sie ihre jährlichen Kosten um 16 Milliarden US-Dollar senken; derzeit sind es 5 Milliarden. Zu viele Finanzdienstleister schöpfen das Potenzial aufgrund mangelnden Offshoring-Engagements nicht aus.

"Offshoring zahlt sich vor allem dann aus, wenn es konsequent betrieben wird", erklärt Edgar Klein, Partner bei Deloitte. "Finanzinstitute, die nur halbherzig an Offshoring herangehen, setzen sich allen Risiken aus, nehmen aber nur einen Teil der Vorteile mit. Die Botschaft ist klar: Ein bisschen Offshoring macht keinen Sinn. Wer sich nicht festlegen möchte, sollte es besser lassen. Das Fazit der Studie lautet deshalb: Nur wer Umfang und Reichweite seiner Offshore-Aktitivitäten vergrößert, kann die damit verbundenen Kostensenkungspotenziale vollständig nutzen."


Die Studienergebnisse zeigen, die besten Ergebnisse werden oft in den ersten Monaten nach dem Offshore erzielt. Danach kommt es durch einsetzende Lernprozesse und die Erweiterung des Funktions- oder Servicespektrums erst einmal zu einem Rückgang. Dieser Trend kehrt sich im zweiten und dritten Jahr um, da zunehmende Erfahrung die Performance in diesem Zeitraum langsam wieder ansteigen lässt. Nach dem dritten Jahr verzeichnen viele Unternehmen jedoch alarmierende Qualitäts- und Kostensenkungsverluste, so die Studie.

"Starker Gewinn- und Wettbewerbsdruck macht Offshoring für die meisten Finanzdienstleister zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit", so Edgar Klein. "Offshoring ist jedoch keine eigenständige Kostensenkungs-Strategie, sondern muss als Bestandteil eines umfassenderen Konzepts zur Steigerung der betrieblichen Effizienz gesehen werden.

In vielen Unternehmen macht sich deshalb eine gewisse Offshore-Müdigkeit breit. Die anfängliche Begeisterung lässt nach und die Manager kehren von ihren ’Pflichtposten’ im Ausland zurück. Wichtig ist, dass sie durch gleichermaßen qualifizierte Top-Manager ersetzt werden."

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Umfang: Je größer der Umfang der Offshore-Aktivitäten, desto größer die Kosteneinsparungen. Finanzinstitute, die eine einzelne Funktion ins kostengünstigere Ausland verlagern, verringern ihre Kostenbasis um durchschnittlich 20 Prozent. Unternehmen, die mehrere Funktionen oder das gesamte Servicespektrum auslagern, sparen über 45 Prozent.
  • Wachstum: Offshoring wächst weiter. Führende Finanz-Manager gehen davon aus, dass 20 Prozent der Kostenbasis bis 2010 ins Ausland verlagert werden. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den für 2006 erwarteten 10 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Personalkosten aus; hier geht Deloitte von einem Anteil der Offshore-Arbeitsplätze von 10 bis 20 Prozent bis 2010 aus.
  • Reichweite: Fast ein Viertel aller befragten Unternehmen mit Offshoring-Aktivitäten haben bis jetzt nur einen Geschäftsprozess ins Ausland verlagert.

Edgar Klein zur Situation deutscher Finanzdienstleister: "Die Verbesserung der operativen Performance bleibt auch nach der deutlichen Erholung der Ertragssituation bei Banken und Versicherungen oberstes Thema. Belege hierfür sind die weiterlaufenden Programme bei vielen deutschen Banken und Versicherungen auch nach den hervorragenden und teilweise auch überraschenden Ergebnissen zum dritten Quartal 2005. Dabei müssen insbesondere Banken kontinuierlich ihre Situation verbessern, um am Markt anerkannt zu werden und weitere Wertsteigerungen zu erreichen. Die Betonung liegt dabei mehr auf dem Nachweis der Kontinuität der Verbesserungsprozesse, als auf dem Erreichen bestimmter quantitativer Ziele. Insbesondere Instrumente wie Offshoring/Nearshoring spielen dabei weiterhin eine wesentliche Rolle in der Gestaltung von Verbesserungsprozessen."

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten. Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright (c) 2005 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Antonia Wesnitzer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Berichte zu: Finanzdienstleister Mitgliedsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie