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Junge Fahrerinnen und Fahrer mit Begleitung bauen weniger Unfälle

14.11.2005


Gießener Psychologie zieht positives Fazit des niedersächsischen Modellversuchs "Begleitetes Fahren ab 17" - Heute gemeinsame Pressekonferenz mit dem Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche



Begleitetes Fahren ab 17 hilft, Unfälle deutlich zu reduzieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am niedersächsischen Modellversuch bF17 "Begleitetes Fahren ab 17 Jahren", die zunächst neben ihren Eltern am Lenkrad sitzen, verstoßen wesentlich seltener gegen die Verkehrsregeln und verhalten sich insgesamt angemessener und sicherer im Straßenverkehr. Dieses ausgesprochen positive Fazit zogen heute der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche, und der Gießener Psychologie Prof. Dr. Joachim Stiensmeier-Pelster, zugleich Erster Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin.

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Im Rahmen eines Symposiums werden heute zudem erste Ergebnisse des Modellversuchs in Niedersachsen vor nationalen und internationalen Experten sowie Mitgliedern zahlreicher Verbände - darunter ADAC und Fahrlehrerverband - sowie Versicherungen vorgestellt und diskutiert.

Niedersachsen hatte als erstes Bundesland gegen massiven Widerstand einzelner Interessengruppen den Modellversuch bereits im April 2004 in rund 18 Regionen eingeführt und diesen seit März dieses Jahres auf das ganze Land ausgedehnt. Der Bundesrat hat am 8. Juli 2005 das Gesetz zur Einführung des Begleiteten Fahrens gebilligt. Damit kann jetzt jedes Bundesland festlegen, ob es dieses Angebot für Fahranfänger einführt. Hamburg und Bremen haben sich für eigene Modelle entschieden. Das Interesse an den Ergebnisses des niedersächsischen Modellversuch bF17 ist im In- und Ausland gleichermaßen groß.

Das niedersächsische Projekt, das am 19. April 2004 unter der Federführung des dortigen Ministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche, startete und von seinem Ministerium finanziert wird, läuft noch bis Sommer 2007. Die positiven Zwischenergebnisse, die eine Evaluation durch den Gießener Psychologen Prof. Dr. Joachim Stiensmeier-Pelster (Pädagogische Psychologie am Fachbereich 05 - Psychologie und Sportwissenschaft der JLU) zutage brachte, haben alle Erwartungen bei Weitem übertroffen und auch Skeptiker inzwischen überzeugt.

Die Fahrsicherheit der jungen Leute hat sich deutlich erhöht. "Wie wir es aufgrund der langjährigen Erfahrungen in anderen europäischen Ländern erwartet haben, hat es in der Begleitphase bisher kaum Unfalle gegeben. Außerdem kam es kaum zu Verstößen gegen die Verkehrsregeln", wusste Prof. Stiensmeier-Pelster zu berichten. Insgesamt beteiligen sich seither rund 20.000 junge Leute ab 17 Jahren - dies sind zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Jugendlichen dieses Alters in Niedersachen - an dem Modellversuch. Diese Zahl erfreut die Projektinitiatoren besonders, da Kritiker anfangs glaubten, es werde sich keine Eltern und Fahranfänger finden. Das Fazit von Stiensmeier-Pelster: "Das Begleitete Fahren reduziert sowohl das Anfängerrisiko als auch das Jugendlichenrisiko".

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Stiensmeier-Pelster
Pädagogische Psychologie
Otto-Behaghel-Straße 10, Haus F
35394 Gießen
Telefon: 0641/99-26250
mobil: 0179 1057501
E-Mail: Joachim.Stiensmeier-Pelster@psychol.uni-giessen.de

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www.begleitetes-fahren.de/index.html

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