Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit beachtetes Ranking zu Zahnfüllungen

11.11.2005


Auf den Zahn gefühlt - Weltweit beachtetes Ranking zu Zahnfüllungen: TU-Absolvent Dr. Norbert Schwarzer initiierte eine Studie zu den mechanischen Eigenschaften von Zahnfüllmaterialien



Der Physiker und Gründer des Sächsischen Instituts für Oberflächenmechanik in Eilenburg, Dr. Norbert Schwarzer, der an der TU Chemnitz studierte, promovierte und habilitierte, erarbeitete gemeinsam mit dem ehemaligen TU-Mitarbeiter Dr. Thomas Chudoba und dem Eilenburger Zahnarzt Dr. med. Dennis Heuer eine Studie, die Aufschlüsse über die mechanischen Eigenschaften von Materialien zur Zahnfüllung gibt. Dr. Chudoba ist jetzt Geschäftsführer der Radeberger Firma ASMEC, die diese Studie unterstützte. Weitere Unterstützung gab es von der Professur für Physik fester Körper an der TU Chemnitz, die Prof. Dr. Frank Richter inne hat.

... mehr zu:
»Physik »Ranking


Ohne Förderprogramme oder Industriegelder und mit vielem privaten Engagement gelang es Schwarzer, Chudoba und Heuer in ihrer Studie, immense Unterschiede unter den tagtäglich von Zahnärzten eingesetzten Füllmaterialien mit Blick auf die Stabilitäts- und Haltbarkeitsparameter aufzuzeigen. Bei der Untersuchung wurden aber zunächst nur Kompositfüllungen betrachtet, die sich bei den Patienten trotz fehlender Zuzahlung durch die Krankenkassen zunehmender Beliebtheit erfreuen. Gründe dafür liegen einerseits in der so genannten biologischen Dichte dieser Materialien und andererseits in der besonders guten Anpassung an die natürliche Farbgebung der Zähne.

Mit Hilfe der so genannten Nano-Identationsmethode konnten die Wissenschaftler Eigenschaften, wie das Elastizitätsmodul, die Härte, die Fließgrenze und die Homogenität der Materialien, untersuchen. Der Chemnitzer TU-Professor Dr. Frank Richter stellte dem Team dazu einen UMIS 2000 Nanoindenter zur Verfügung und begleitete die umfangreichen Messungen. "Es war eine sehr lockere und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Universität und wissenschaftlich interessierten Privatleuten ganz ohne lähmende Bürokratie", lobt Schwarzer.

Ihre Ergebnisse über die untersuchten Zahnfüllungen fassten die Wissenschaftler in einem Ranking zusammen ( http://www.esae.de/zahn ). Den besten Platz von den elf in der täglichen zahnärztlichen Praxis verwendeten Materialien konnte das Zahnfüllmaterial Filtek Sup belegen, den schlechtesten Platz verzeichneten leicht überlagerte Materialen. "Patienten sollten also nicht zu vertrauensvoll gegenüber ihrem Zahnarzt sein und sich gelegentlich das Haltbarkeitsdatum des Füllmaterials zeigen lassen. Überlagerte Materialien haben zwar einen hohen Qualitätsverlust auf, doch da dies weitgehend unbekannt ist und man es dem Material auch nicht ansieht, könnte der eine oder andere Zahnarzt vielleicht meinen, dass eine Aussonderung nicht nötig sei", erklärt der Physiker. Außerdem gab es Füllungen, die nur zehn Prozent der Stabilität des Zahnschmelzes erreichten. Es scheint also, man nimmt das Pflegen der Zähne besser ernst - und das bis ins hohe Alter.

"Mit der Studie wollen wir den Zahnärzten und den Patienten eine Orientierung in der Auswahl verschiedener Zahnfüllmaterialien mit Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis geben", so Dr. Norbert Schwarzer. Außerdem hofft er auf Zuspruch seitens der Hersteller, die an einer Fortführung dieser Studien und des Rankings interessiert sind. In den USA fand die Untersuchung bereits ein großes Echo, so zum Beispiel an der Universität in Tennessee/Knoxville. Auf der Konferenz "Instrumented Identation", die im Oktober auf Kreta stattfand, wurden die Ergebnisse ebenfalls vorgestellt. Zahnarzt Dr. Dennis Heuer wurde sogleich von einem Wirtschaftsunternehmen zu weiteren Messungen in die USA eingeladen.

Weitere Informationen erteilen Dr. Norbert Schwarzer, Telefon (01 73) 366 73 59, E-Mail n.schwarzer@esae.de , Dr. med. Dennis Heuer, Telefon (03 42) 360 45 57, E-Mail dennis-heuer@freenet.de , Dr. Thomas Chudoba, Telefon (03 51) 269 53 45, E-Mail t.chudoba@asmec.de und Prof. Dr. Frank Richter, Telefon (03 71) 531 80 46, E-Mail f.richter@physik.tu-chemnitz.de .

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.esae.de/zahn
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Berichte zu: Physik Ranking

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie