Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Studie "Soziale Determinanten des Bildungserfolges"

09.11.2005


Soziale und familiäre Herkunft haben großen Einfluss auf Hochschulbildung und Studienerfolg junger Menschen



Die familiäre und soziale Herkunft von Studierenden spielt im Hinblick auf die Hochschulbildung in Deutschland nach wie vor eine entscheidende Rolle und beeinflusst die Berufsaussichten junger Menschen erheblich. Dies zeigt eine aktuelle Studie der KfW Bankengruppe. Kinder aus bildungsnahen und wohlhabenderen Familien, in denen ein oder beide Elternteile einen akademischen Abschluss haben, sind unter den Studierenden überproportional häufig vertreten. Dagegen nehmen nur 12 Prozent der Kinder aus ärmeren Schichten, deren Eltern seltener einen hohen Bildungsabschluss haben und die häufig weniger qualifizierten Tätigkeiten nachgehen, ein Studium auf.



Der familiäre Hintergrund und das verfügbare Familieneinkommen beeinflussen entscheidend die Höhe der Mittel, die in die Ausbildung von Kindern investiert werden können. So wirkt sich die soziale Herkunft auch unmittelbar auf die verfügbare Geldmenge eines Studenten aus. Der Elternanteil an der Studienfinanzierung macht bei Studierenden aus einer hohen gesellschaftlichen Gruppe rund 64 Prozent aus, bei Studierenden aus niedrigeren Schichten beträgt dieser Anteil lediglich 27 Prozent. Die große Mehrheit der Studierenden erhält finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus.

Weitere Ergebnisse der KfW-Studie zeigen, das beschränkte finanzielle Mittel auf vielfältige Weise den Studienerfolg beeinflussen oder sogar verhindern:

- Studienverzicht häufig aufgrund finanzieller Restriktionen: Junge Menschen aus niedrigeren Schichten neigen trotz erworbener Fach- oder Hochschulreife viel eher dazu nicht zu studieren als solche aus wohlhabenderen Familien.

- Finanzielle Engpässe führen zu Studienunterbrechungen: 2003 gaben 21 Prozent der Studierenden Geldprobleme als Grund für eine Unterbrechung des Erststudiums an.

- Studierende aus hohen gesellschaftlichen Schichten erreichen früher einen Abschluss: Bei Studierenden, die bereits 13 oder mehr Semester absolviert haben, finden sich nur sehr selten solche aus hohen Bildungsschichten.

- Auslandssemester sind noch immer ein Privileg von Studierenden aus höheren Schichten: Dabei sehen Arbeitgeber einen Auslandsaufenthalt von Absolventen immer häufiger als notwendige Zusatzqualifikation an.

Finanzielle Faktoren haben somit weiterhin Auswirkungen auf die Frage, ob ein Studium aufgenommen wird und wie lange dieses dauert. Eine zusätzliche, vom Einkommen und Vermögen der Eltern unabhängige Finanzierungsquelle wie etwa ein Studienkreditsystem trägt dazu bei, die Ungleichheiten zugunsten der schwächeren sozialen Schichten zu glätten. Der Zugang zum Studium würde erleichtert, das Zeitbudget der erwerbstätigen Studierenden entlastet. Zahlreichen Studierenden würde damit ein schnellerer und erfolgreicher Abschluss des Studiums ermöglicht.

Service: Die KfW-Studie aus der Publikationsreihe "MakrosScope" können Sie im Internet unter www.kfw.de im Bereich Research abrufen.

Alexander Mohanty | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Determinant Hochschulbildung KfW-Studie Studienerfolg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1. Es­se­ner Ge­fahr­gut­ta­ge am 19.-20. Sep­tem­ber 2017 mit fach­be­glei­ten­der Aus­stel­lung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE