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Schilddrüse nicht immer konsequent behandelt

28.10.2005


Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie informiert über neueste Studienergebnisse zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen



Der Kropf - eine krankhafte Schwellung der Schilddrüse - zählt zu den häufigsten Hormonstörungen, wird aber in der täglichen Praxis nicht immer konsequent genug behandelt. Eine große Querschnittsstudie kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Dosis der verschriebenen Medikamente bei etwa 60 Prozent der Patienten angepasst werden sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) verstärkt deshalb ihre Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich.

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In der so genannten "Papillon 3"-Studie prüften Wissenschaftler die Versorgungsqualität in der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere dem Kropf. Dazu wurden im vergangenen Jahr mehr als 2000 Hausärzte und Internisten gebeten, Angaben zu jeweils zehn Patienten zu machen. Die Ergebnisse, die Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger vom Krankenhaus München-Bogenhausen auf einer Tagung der Sektion Schilddrüse der DGE in Salzburg vorstellte, waren sehr beachtenswert : "Bei etwa 60 Prozent der Patienten wurde der Zielbereich unter einer Schilddrüsenhormon-, Jod- oder Kombitherapie nicht optimal erreicht". Die meisten Patienten waren zu milde therapiert.

Um Schilddrüsenhormone wie Thyroxin und Triiodthyronin produzieren zu können benötigt die Schilddrüse Jod. Fehlt dem Körper das Element, versucht die Schilddrüse dies auszugleichen: sie erhöht die Zahl hormonproduzierender Zellen und schwillt dabei an. Die Folge ist ein Kropf - eine so genannte Struma. Um zu vermeiden, dass die Schilddrüse weiter wächst, können Ärzte den Patienten entweder Jod, Schilddrüsen-Hormone oder eine Kombination beider Medikamente verschreiben. Um den Erfolg der Therapie zu kontrollieren und Nebenwirkungen zu vermeiden, die sich aus einer Über- und Unterdosierung ergeben können, kann der behandelnde Arzt die Konzentration des Hormons "TSH" (Thyroidea stimulierendes Hormon) bestimmen. TSH wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und reguliert die Bildung der Schilddrüsenhormone. Unter der Kombinationsbehandlung mit Schilddrüsenhormonen und Jod fällt TSH ab - allerdings nur, wenn ausreichend dosiert wird . Eine Übertherapie sollte aber auch vermieden werden. Die DGE empfiehlt Ärzten, bei Patienten unter einer Therapie mit Schilddrüsenhormonen einen TSH-Wert von 0,3 bis 1,2 Milli-Einheiten pro Liter anzustreben.

Die Sektion Schilddrüse der DGE möchte aufgrund der oben genannten Daten in Zukunft die eigenen Fortbildungsmaßnahmen noch weiter intensivieren", kündigt Professor Dr. med. Harald Klein an. Der Mediensprecher der DGE in Bochum bekräftigt, dass es wichtig ist, die Therapie des Kropfes konsequent zu betreiben und durch TSH-Bestimmungen eine optimale Anpassung der Dosierung möglich ist. Die Therapie der Struma sei im Grunde nicht so komplex wie es vielleicht den Anschein macht, so Professor Klein: "Wir werden deshalb zusätzliche Fortbildungsmaßnahmen anbieten, die sich gezielt der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenkrankheiten widmen werden."

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711/ 89 31-552
Telefax: 0711/ 89 31-167
E-Mail: info@medizinkommunikation.org

Medizin - Kommunikation | idw
Weitere Informationen:
http://www.awmf.org
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