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Belastung durch Strahlentherapie verringern

18.10.2005


Deutsche Krebshilfe fördert Brustkrebs-Studie mit 800.000 Euro


Viele Brustkrebs-Patientinnen werden heute brusterhaltend operiert. Anschließend wird die verbliebene Brustdrüse einschließlich der darunter liegenden Brustwand bestrahlt. Dadurch werden diejenigen Krebszellen vernichtet, die operativ nicht entfernt werden konnten. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Erlangen untersuchen jetzt in einer Therapiestudie, ob die Bestrahlung der gesamten Brust tatsächlich bei allen Patientinnen notwendig ist. Denn bei Betroffenen mit nur geringem Rückfall-Risiko reicht möglicherweise eine Teilbrustbestrahlung aus. Dies würde die Behandlungsdauer deutlich verkürzen und die Nebenwirkungen verringern. Die Deutsche Krebshilfe fördert diese Studie mit 800.000 Euro.

Bei der herkömmlichen Form der Strahlentherapie wird die gesamte Region der Brustdrüse von außen bestrahlt. Die Bestrahlung erfolgt in mehreren Intervallen über sechs bis sieben Wochen. Als Folge kann es zu Verbrennungen der Haut kommen. „Im Gegensatz dazu wird die Strahlenquelle bei der „Teilbrustbestrahlung“ mittels dünner Plastik-Katheter direkt in die operierte Region der Brust eingebracht“, erklärt Professor Dr. Vratislav Strnad, Studienleiter und Leiter der Abteilung für operative Strahlentherapie am Universitätsklinikum Erlangen. „Bei dieser so genannten Brachytherapie reicht eine Behandlungszeit von nur vier Tagen aus.“ Außerdem seien die strahlenbedingten Nebenwirkungen bei dieser Methode deutlich geringer als bei der konventionellen Strahlentherapie.


„Eine Teilbestrahlung der Brust kommt jedoch nur für Patientinnen in Frage, die ein geringes Rückfall-Risiko haben“, betont der Strahlentherapeut. Dazu zählen neben Betroffenen mit Brustkrebsvorstufen – so genannten duktalen in-situ Karzinomen – Frauen, bei denen der Tumor kleiner als drei Zentimeter ist und deren Lymphsystem noch nicht befallen ist. Im Rahmen der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Therapiestudie werden das Rückfall-Risiko und die Verträglichkeit von Teil- und Ganzbrustbestrahlung miteinander verglichen. „Die Studie hinterfragt die Standardtherapie einer der häufigsten Krebserkrankungen und definiert die Behandlungsrichtlinie möglicherweise neu“, so Professor Strnad.

Das Studienprotokoll wurde gemeinsam von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg und vom National Institut of Oncology in Budapest entwickelt. Es basiert auf einer Phase-II-Studie, die an 274 Patientinnen in durchgeführt wurde. „Die Ergebnisse dieser vorangegangenen Studie untermauern Erkenntnisse aus den USA, dass sehr wahrscheinlich bei einer bestimmten Patientinnen-Gruppe auf eine herkömmliche Strahlentherapie der gesamten Brust verzichtet werden kann“, erläutert Professor Strnad. „Wir erwarten daher eine sehr niedrige Rückfall-Rate, die der gleichen Wahrscheinlichkeit entspricht wie bei der konventionellen Bestrahlung der ganzen Brustdrüse.“

An der aktuell geförderten Studie sollen 1.170 Frauen teilnehmen. Die Patientinnen werden dabei von einem Computer per Zufall einer der beiden Behandlungsformen der Studie zugeteilt: Sie erhalten entweder eine Teilbrustbestrahlung über die Dauer von vier Tagen, oder eine Ganzbrustbestrahlung über einen Behandlungszeitraum von sechs bis sieben Wochen. In den anschließenden fünf Jahren werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in der jeweiligen Strahlenklinik von geschulten Spezialisten durchgeführt. Die Deutsche Krebshilfe fördert diese so genannte Phase-III-Studie für neun Jahre. Neben dem Universitätsklinikum Erlangen sind an dieser Therapiestudie elf weitere Strahlenkliniken in Deutschland und Europa beteiligt.

| Deutschen Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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