Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wann ist ein Mineralwasser wirklich gut?

14.10.2005


Umfangreicher Katalog von Qualitätskriterien als Ergebnis einer Augsburger WZU-Studie

... mehr zu:
»Qualitätsfaktor »WZU

"Regionale Qualitätskennzeichen von Mineralwässern" sind Gegenstand einer Studie, die der Geograph Rainer Fröhle am Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) der Universität Augsburg erarbeitet hat. Bei der Vorstellung der Ergebnisse dieser Studie, die gründlich und zusammenfassend wie keine vor ihr das Thema "Mineralwasser" angeht, kritisierte WZU-Chef Prof. Dr. Armin Reller die allgemein äußerst mangelhafte Information der Verbraucher über die Qualität von Wasser. "Der Kenntnisstand der Bevölkerung über ihr wichtigstes Lebensmittel geht gegen Null", so Reller. Fröhles Studie sei hier ein wichtiger und beispielhafter Schritt in Richtung Aufklärung, dem weitere folgen sollen.

Am WZU der Universität Augsburg sind das Wasser und der zukunftsfähige Umgang mit diesem essentiellen Lebenselement einer der zentralen Forschungsgegenstände. "Es geht darum", so Reller, "den Zustand von Wasser in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ermitteln. Und zugleich kommt es uns darauf an, unsere entsprechenden Einsichten und Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers und seiner Qualität zu schärfen bzw. zu wecken."


Wasserherkunft und Wasserqualität

Beim Thema Wasser spielen regionale Besonderheiten stets eine zentrale Rolle. Am WZU kümmert sich insbesondere Prof. Dr. Wolfgang Poschwatta vom Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeographie um verlässliche Bestandsaufnahmen regionaler Wasserzustände. Mit Fröhles Studie sind dabei jetzt erstmals Wässer höchsten Standards in den Blick genommen worden. In Zusammenarbeit mit drei mittelständischen Mineralbrunnenbetrieben wurden die Zusammenhänge von Wasser-Herkunft und -Qualität an drei Beispielen eruiert. Ziel war es, einen möglichst umfassenden Katalog mit Qualitätskriterien für Mineralwasser zu erarbeiten.

Umfassendes Bewertungschema für Mineralwasserqualität

Was macht die Qualität eines Mineralwassers aus? Fröhle hat hierzu einen umfangreichen Kreis einschlägiger Experten aus den Bereichen Chemie, Mikrobiologie, Hydrogeologie, Physik und Medizin, aber auch Fachleute aus dem Bereich der alternativen Qualitätsprüfung befragt. Aus den je nach Ausrichtung des jeweiligen Experten resultierenden sehr unterschiedlichen und auch sehr unterschiedlich gewichteten Kriterien, die ihm genannt wurden, hat Fröhle ein umfassendes Bewertungsschema für Mineralwasser mit insgesamt 25 Qualitätsfaktoren entwickelt.


Qualitätsfaktoren jenseits gesetzlicher Standards

Zu diesen Qualitätsfaktoren zählen zum einen Selbstverständlichkeiten wie ein guter Geschmack, eine konsequente Qualitätsüberwachung, ein sicherer Quellschutz oder die Freiheit von Rückständen aus Landwirtschaft, Industrie oder Arzneimitteln. Aufgenommen wurden darüber hinaus auch Kriterien, die in der Mineralbrunnenbranche eher strittig sind: so die Qualität der Verpackung, die Freiheit von Radioaktivität oder die gesundheitlich positive Mineralisation. Darf ein Mineralwasser mit Giftstoffen in Kontakt gekommen sein? Darf man es wirklich aufbereiten? Soll es eine lebensfördernde innere Struktur aufweisen? Darf es mit elektromagnetischer Strahlung in Kontakt kommen? Auf der Suche nach optimaler Mineralwasserqualität hat Fröhle sich nicht mit den Antworten begnügt, die die gesetzlichen Standards auf solche Fragen geben.

Mit Rainer Fröhle kooperiert und seine Untersuchungen unterstützt haben die Firmen "Romina Mineralbrunnen" in Reutlingen und "Staatliches Bad Brückenauer Mineralwasser" sowie die Privatbrauerei Ketterer im Schwarzwald. Präsentiert wurde die WZU-Studie im Zusammenhang mit der Markteinführung des Ketterer-Produkts "Hornberger Lebensquell", eines völlig naturbelassenen Mineralwassers.

Prof. Dr. Armin Reller
Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-3000
armin.reller@physik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzu.uni-augsburg.de

Weitere Berichte zu: Qualitätsfaktor WZU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie