Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland bei Medizintechnik international ganz weit vorn

12.10.2005


Potenzial für helfende IT noch lange nicht ausgeschöpft



Deutschland ist in der Medizintechnik führend. Unter Abwägung aller Kriterien belegt das Land Platz zwei der führenden Anbieter für Medizintechnik und bietet ideale Voraussetzungen für eine prosperierende Medizintechnik, so das Ergebnis der "Studie zur Situation der Medizintechnik in Deutschland im internationalen Vergleich", die federführend von der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im Elektronik- und Informationstechnikverband VDE zusammen mit dem Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik (AKM) für das Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt wurde. Vor allem beim Know-how in der Grundlagenforschung und bei der Entwicklung komplexer Systeme sei Deutschland im internationalen Vergleich mit führend. Mit einem Volumen von rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2002 sei Deutschland drittgrößter Produzent von medizintechnischen Produkten - dicht hinter Japan. Die Vereinigten Staaten sind mit knapp 84 Milliarden Euro weltgrößter Hersteller, so die Studie. Innerhalb der Europäischen Union produziere Deutschland mehr als doppelt so viel medizintechnische Waren wie Frankreich, das auf dem zweiten Platz folge.



Mehr als 50 Prozent aller in Deutschland produzierten medizintechnischen Waren gehen in den Export; mit einem Anteil von 15 Prozent am Welthandel rangiert das Land nur hinter den USA mit 31 Prozent. In der Medizintechnik gibt es einen Gründer-Boom. So wurden zwischen1995 bis 2002 jährlich rund 1.150 neue Unternehmen gegründet, die in der Medizintechnik forschen, Medizinprodukte herstellen oder Dienstleistungen anbieten. Mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von über einem Prozent pro Jahr gehört die Medizintechnik zu den wenigen Personal-Wachstumsbranchen. Mit durchschnittlich 78 Beschäftigten pro Betrieb ist die Branche vorwiegend klein- und mittelbetrieblich strukturiert.

Außerdem ist die Medizintechnik besonders forschungsintensiv. Der Anteil der FuE-Aufwendungen am Umsatz der Medizintechnik-Unternehmen liegt mit über acht Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Industriedurchschnitt mit 3,5 Prozent, hält der VDE fest. Neben dem wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt auf dem Innovationsmarkt Medizintechnik erwarten Experten der DGBMT im VDE vor allem eine deutlich erhöhte Lebensqualität der Patienten und eine Reduzierung der Kosten pro Krankheitsfall. Mit Mikro- und Telemedizin beispielsweise könnten zahlreiche chronische Krankheiten wie Diabetes oder Gefäßerkrankungen früher erkannt, besser behandelt oder sogar vermieden werden. „Durch die Entwicklung hin zum ‚digitalen Krankenhaus’ halten Fachleute der DGMBT im VDE allein durch den Einsatz vernetzter Datensysteme und einer computergestützten Qualitätskontrolle eine bis zu 30-prozentige Kostenreduzierung im Bereich der Krankhäuser für möglich“, stellt der VDE fest.

Deutschland verfüge über alle Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zukunft in der Medizintechnik. Dazu gehörten unter anderem innovative Ärzte, eine hervorragende Grundlagenforschung, eine stark FuE-geprägte Unternehmenslandschaft sowie ein Gesundheitswesen, das als Erstnutzer den schnellsten Vorteil von Innovationen nutzt und als starker Heimatmarkt eine Signalwirkung für den internationalen Absatz von Medizintechnik hat. Hinzu komme eine traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. "Wir diskutieren häufig nur über die Kosten für die sozialen Sicherungssysteme, die astronomische Höhen erklimmen", sagt Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone. Doch es gebe zusätzliche Tätigkeitsfelder: "Der Informations- und Datenaustausch läuft heute im Gesundheitswesen noch recht unstrukturiert ab: interne Abläufe ebenso wie die zwischen Praxen und Kliniken erfolgen oft ohne klar definierte Spielregeln – was Kosten wie Arbeitsaufwand in die Höhe treibt. Im Gesundheitswesen muss gespart werden. Die Nutzung moderner Telemedizin-Lösungen verbessert nicht nur ganz konkret medizinische Leistungen, sondern führt auch zu höherer Produktivität bei niedrigeren Kosten. Im Gesundheitswesen steckt ein enormes Potenzial für Innovationen."

| DGBMT
Weitere Informationen:
http://www.vde.de
http://www.akm-aachen.de
http://www.nextiraone.de

Weitere Berichte zu: Gesundheitswesen Grundlagenforschung Medizintechnik VDE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften