Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

F&E - Ausgaben: Kaum Auswirkung auf Unternehmenserfolg?

12.10.2005


Studie: Wichtig ist wie, nicht wie viel man investiert

... mehr zu:
»F&E »F&E-Ausgaben »Profitabilität

Entgegen der landläufigen Meinung ist offenbar nicht die Höhe der Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Laut einer Studie der US-Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton gibt es nämlich keinen direkten Zusammenhang zwischen F&E-Ausgaben und wichtigen Messzahlen des Firmenerfolgs wie Wachstum oder Profitabilität. "Geld kauft keine Resultate", heißt es programmatisch in der Studie, die heute, Dienstag, veröffentlicht wurde.

Ein naturgemäß etwas anderes Bild zeichnet Philippe Loward, Projektkoordinator des Wirtschaftsförderungsprogramms EUREKA in Österreich , im Gespräch mit pressetext. Nach Firmenangaben bringe jeder investierte Euro aus der Förderung der öffentlichen Hand bereits zwei bis drei Jahre nach Markteinführung des geförderten Projekts zwei Euro Umsatz, so Loward. Zwischen 33 und 50 Prozent der geförderten Projekte haben laut Loward in den Unternehmen für neue Arbeitsplätze gesorgt. "Die Firmen, mit denen wir in Kontakt stehen, investieren zwischen fünf und sieben Prozent ihrer Umsätze in Forschung und Entwicklung", so Loward.


"Es gibt keinen einfachen Weg, anhaltenden Innovationserfolg zu erreichen", warnte dagegen Booz-Allen-Vizepräsident Barry Jaruzelski. Eine erfolgreiche Innovation erfordere sorgfältige Koordinierung sowohl intern als auch extern. "Wie man das Geld ausgibt ist weit wichtiger als wie viel man ausgibt", so Jaruzelski. Die Booz-Allen-Analysten stellten beim Performance-Vergleich von Unternehmen im Top-Ten-Bereich und dem Mittelfeld keine Unterschiede fest. Allerdings lagen die Unternehmen, die am wenigsten in F&E investierten, in punkto Profitabilität hinter den Konkurrenten zurück.

Größere Unternehmen haben dabei laut Studie einen Vorteil. Ihre F&E-Ausgaben könnten gegenüber kleineren Unternehmen einen geringeren Anteil am Umsatz ausmachen, ohne dass das einen erkennbaren Einfluss auf die Performance hätte. In einem Zeitraum von sechs Jahren analysierten die Experten eine Reihe von wirtschaftlichen Eckwerten wie Umsatz, Gewinn und Investitionen bei den nach Investitionsvolumen gerechnet 1.000 weltgrößten Unternehmen.

Die Ergebnisse der Studie haben aber bereits Gegenstimmen auf den Plan gerufen. Die Zeitspanne sei viel zu kurz, um Unternehmen zu finden, die von den F&E-Ausgaben der Vergangenheit profitiert hätten, sagte etwa Allan C. Eberhart, Wirtschaftsprofessor an der Universität Georgetown dem Wall Street Journal. Eine Studie, an der Eberhart als Co-Autor mitwirkte, hat 8.000 Unternehmen in einer Periode über 50 Jahre untersucht. Dieser Studie zufolge stieg der operative Gewinn der Unternehmen um ein bis zwei Prozent, die in nur einem Jahr ihre F&E-Ausgaben um fünf Prozent gesteigert hatten.

Derweil hält der Aufwärtstrend bei den F&E-Ausgaben weltweit an. Insgesamt steckten die von Booz Allen Hamilton untersuchten 1.000 Unternehmen im vergangenen Jahr 384 Mrd. Dollar in den Bereich Forschung und Entwicklung. Das bedeutet ein jährliches Plus von 6,5 Prozent seit 1999. In den aufstrebenden Märkten wie Indien oder China verzeichnete die Studie sogar ein jährliches Durchschnittswachstum von mehr als 20 Prozent, allerdings von einem vergleichsweise niedrigen Niveau aus.

Jörn Brien | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.com
http://www.ffg.at/eureka

Weitere Berichte zu: F&E F&E-Ausgaben Profitabilität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung