Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ITK - Branche wächst 2005 auf Vorjahrsniveau

11.10.2005


Der deutsche ITK-Markt wird nach Berechnungen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) im Jahr 2005 um 2,6 Prozent auf 134,1 Milliarden Euro wachsen. Der Gesamtmarkt legt damit 2005 genauso stark zu wie im Vorjahr. Insbesondere wegen des harten Wettbewerbs bei Telekommunikationsdiensten im Festnetz und im Mobilfunk fällt das Umsatzplus aber weniger stark aus, als zu Jahresbeginn angenommen. "Diese Entwicklung kam plötzlich und sie kam heftig", sagte BITKOM-Vizepräsident Jörg Menno Harms. "Die politische Instabilität gibt einen zusätzlichen Dämpfer. Dass der ITK-Markt dennoch mehr als doppelt so stark wie die Gesamtwirtschaft wächst, ist ein Beweis für die Dynamik der Branche." Insbesondere das Geschäft mit Notebook-Computern, Multifunktionsgeräten und IT-Dienstleistungen läuft besser als erwartet.

Der Markt für Telekommunikationsdienste vergrößert sich im Jahr 2005 voraussichtlich um 2,2 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro. Rund 42 Prozent davon entfallen auf den Mobilfunk. Der Umsatz mit Mobilfunkdiensten steigt mit 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächer als erwartet auf 23,7 Milliarden Euro. "Der Trend zu sinkenden Mobilfunktarifen hält an, während die Nutzerzahlen weiter steigen", sagte Harms. Mit 74 Millionen hat die Zahl der Handy-Nutzer zum Halbjahr in Deutschland ein neues Rekordhoch erreicht. Allerdings geht das Wachstum im Mobilfunk teilweise zu Lasten der Sprachtelefonie im Festnetz, weil Handys immer häufiger auch zu Hause eingesetzt werden. Zudem fallen auch im Festnetz die Preise. Der Umsatz mit Sprachtelefonie sinkt 2005 nach BITKOM-Schätzung um 3 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Harms: "Die Verbraucher profitieren von sinkenden Tarifen für das Telefonieren per Handy oder im Festnetz." Auch Datendienste wie DSL werden preiswerter. Die Umsätze mit der Übertragung von Daten steigen 2005 trotz sinkender Preise um 5 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Wie stark die Preise fallen, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts: Für Mobilfunkdienste sind sie im September um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Die Preise für Gespräche vom Festnetz in die Mobilfunknetze fielen im gleichen Zeitraum um 4,5 Prozent und für die Nutzung des Internet um 3 Prozent. Harms: "Dieser scharfe Preiswettkampf führt dazu, dass mehr telefoniert und das Internet stärker genutzt wird. Die Umsätze aber sind unter Druck."



Sehr gut laufen die Geschäfte bei Software-Anbietern und IT-Dienstleistern, die von höheren Ausgaben der Unternehmen für die Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur profitieren. Der Software-Markt für System- und Anwendungsprogramme wächst nach BITKOM-Schätzung im Jahr 2005 um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 16,1 Milliarden Euro. Der Umsatz mit IT-Dienstleistungen legt ebenfalls um 4,5 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro zu. IT-Dienstleistungen umfassen unter anderem Beratung, Software-Implementierung und IT-Outsourcing. Outsourcing trägt besonders stark zur positiven Entwicklung dieses Marktsegments bei.

Der Markt für IT-Hardware festigt sich voraussichtlich bei 16,6 Milliarden Euro. Bei PCs verlagert sich das Geschäft weiter von stationären Geräten zu mobilen Notebooks, die inzwischen fast die Hälfte des gesamten PC-Marktes ausmachen. Während der Umsatz mit Notebooks um zehn Prozent zulegt, verlieren die stationären PCs sechs Prozent. Der Gesamtumsatz bleibt mit rund 8,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. Im Geschäft mit Server-Systemen bleibt das Umsatzvolumen trotz steigender Stückzahlen mit 4,7 Milliarden Euro ebenfalls nahezu auf Vorjahresniveau. "Die Kunden bekommen von Jahr zu Jahr mehr für ihr Geld", sagte Harms.

Der BITKOM rechnet auch im kommenden Jahr mit einer positiven Entwicklung des deutschen ITK-Markts. "Die im laufenden Jahr sichtbaren Trends werden sich 2006 fortsetzen", sagte Harms. Nach BITKOM-Berechnungen wird der deutsche ITK-Markt im Jahr 2006 um 2,4 Prozent auf 137,3 Milliarden Euro zulegen. Harms: "Die ITK-Branche wird auch im kommenden Jahr ihren Wachstumsbeitrag leisten."

Jetzt müsse die Politik die Schlagzahl erhöhen, um wieder Tempo in die begonnenen Reformen zu bringen. "Die Unternehmen setzen große Hoffnungen in die neue Bundesregierung", sagte Harms. Die Bundesregierung müsse sich so schnell wie möglich den drängenden Sachthemen widmen. Harms: "Der Verteilungsspielraum in Deutschland wird immer kleiner. Deshalb müssen wir wieder die Wurzeln des Wachstums in den Blick nehmen: technologische und verfahrensmäßige Innovationen." In den Wahlprogrammen sei das Thema viel zu kurz gekommen. Im Programm der neuen Bundesregierung müsse die Innovationsfähigkeit des Landes aber eine deutlich stärkere Rolle spielen, forderte Harms. Ein Staatsminister für Innovation sollte künftig die Technologiepolitik ressortübergreifend koordinieren. Zudem empfiehlt BITKOM eine Konzentration der Politik auf eine exzellente Ausbildung der jungen Generation, höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einen Wachstumsfonds zur langfristigen Förderung innovativer Mittelständler.

Cornelia Kelch | BITKOM
Weitere Informationen:
http://www.bitkom.org

Weitere Berichte zu: Festnetz IT-Dienstleistung ITK-Markt Mobilfunk Sprachtelefonie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften