Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Banken-Studie: Bleibt Alles beim Alten?

21.09.2005


In der Struktur des deutschen Bankensystems sind in den nächsten Jahren keine grundlegenden Änderungen zu erwarten - vorausgesetzt eine Krise des Finanzsystems bleibt aus. Zu dieser Schlussfolgering gelangt die aktuelle Untersuchung "Structural Change in the German Banking System?", die PD Dr. Andreas Hackethal und Prof. Dr. Reinhard H. Schmidt von der Frankfurter Finanzforschungseinrichtung E Finance Lab vorgestellt haben.


Die Begründung der Wissenschaftler: Die Bankenstruktur ist derart eng mit dem Finanzsystem insgesamt verbunden, dass erst mit Änderungen im Finanzierungsmuster von Unternehmen, im Anlageverhalten der Haushalte oder in der Form der Unternehmenskontrolle auch mit Änderungen im Bankensystem zu rechnen ist. Kommt es also nicht gerade zu einer Finanzkrise, bleibt in den nächsten fünf Jahren alles beim Alten in der deutschen Bankenlandschaft, lautet das Resümee der Studie.

Die beiden Autoren Hackethal und Schmidt haben in ihrer aktuellen Veröffentlichung die Besonderheiten des deutschen Bankensystems herausgearbeitet. Sie weisen anhand von Kenngrößen nach, dass die Grundstrukturen des deutschen Bankensystems trotz externer Schocks über die letzten Jahrzehnte erstaunlich stabil geblieben sind. Dafür legen sie drei mögliche Erklärungsansätze vor. Gemäß des "Skeloris View" könnten starke Beharrungskräfte in der deutschen Wirtschaft und Politik für die Konservierung eines ineffizienten Systems verantwortlich sein. Oder es ist gemäß des "Optimistic View" davon auszugeben, dass einfach keine strukturellen Veränderungen notwendig sind, sondern dass die aktuellen Modernisierungsmaßnahmen auf Instituts- und Gruppenebene ausreichen, um die Funktions- und Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtsystems zu gewährleisten. In der dritten Möglichkeit des "Complementarity View" sind Veränderungen des Bankensystems an simultane Veränderungen im übergeordneten deutschen Finanzsystem geknüpft.


Dieses zeichnet sich nach wie vor durch seine hohe Konsistenz aus. Die Autoren kommen daher im Rahmen ihrer Analyse zu dem Fazit, dass der letztgenannte Erklärungsansatz am wahrscheinlichsten ist. Die vollständige Untersuchung ist in der Ausgabe 78 der renommierten französischen Zeitschrift "Revue D’Economique Financière" erschienen und als englischsprachiges Arbeitspapier unter www.efinancelab.de erhältlich.

Das E-Finance Lab wird von der Universität Frankfurt am Main und der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Accenture, BearingPoint, Deutsche Bank, Deutsche Postbank, FinanzIT, IBM, Microsoft, Siemens, T Systems, DAB bank und IS.Teledata AG getragen. Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes ist es, die Industrialisierung in der Finanzwelt zu fördern. Unter Leitung der Frankfurter Wirtschaftsprofessoren Wolfgang König, Bernd Skiera und Mark Wahrenburg sowie des Darmstädter Informatik-Professors Ralf Steinmetz identifizieren über 30 Forscher Verbesserungspotenziale bei den traditionellen Wertschöpfungsketten der Finanzbranche sowie den Finanzprozessen von Unternehmen verschiedenster Branchen. Dabei entwickeln und erproben sie auch Verfahren zur Gestaltung neuartiger Finanzprodukte. Der Begriff E Finance verdeutlicht, dass Innovationen in der Finanzbranche über einen verstärkten Einsatz netzbasierter Informations- und Kommunikationssysteme möglich sind.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wolfgang König,
E-Finance Lab,
Universität Frankfurt am Main,
Mertonstr. 17,
60054 Frankfurt,
Tel. 069/798- 23318,
Fax -28585

Prof. Dr. Wolfgang König | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.is-frankfurt.de
http://www.efinancelab.de

Weitere Berichte zu: Bankensystem Finanzbranche Finanzsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik