Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rauchen und Lupus

12.09.2005


Die Krankheitsentstehung des systemischen Lupus erythematodes (SLE) ist bisher nur teilweise verstanden. Man geht – wie bei vielen anderen Krankheiten auch – von einem multifaktoriellen Geschehen aus, an dem sowohl endogene als auch exogene Faktoren beteiligt sind wie z. B. Defekte des Immunsystems oder UV-Strahlen.

... mehr zu:
»Immunsystem »Rauchen »Raucher »SLE

Die ersten Arbeiten zu einem möglichen Zusammenhang zwischen SLE und Rauchen waren von der Hypothese geleitet, dass Rauchen das Immunsystem unterdrücken könnte. Dies konnte nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurde festgestellt, dass Lupuspatienten deutlich häufiger rauchen als Gesunde.

Studien aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund zeigen einheitlich, dass das Rauchen die Entwicklung eines SLE begünstigt. Dies gilt nur für das Rauchen bei Krankheitsausbruch. Für Ex-Raucher war das Erkrankungsrisiko nur in einer Studie erhöht. Die Ergebnisse von insgesamt neun Studien wurden in einer Metaanalyse zusammenfassend bewertet. Insgesamt ergab sich, dass Raucher ein 1,5fach höheres Risiko haben, an SLE zu erkranken (Konfidenzintervall 95 %, 1,09 bis 2,08).


Neben diesem Beitrag des Rauchens zur Krankheitsauslösung werden immer wieder auch Einflüsse des Rauchens auf den Schweregrad eines Lupus beschrieben. So wird das Rauchen mit avaskulären Knochennekrosen, Frakturen, Lungenfibrose, pulmonaler Hypertonie und beschleunigter terminaler Niereninsuffizienz bei Vorliegen einer Nierenbeteiligung in Verbindung gebracht. Einige dieser Zusammenhänge lassen sich am ehesten durch die Kumulation von Risikofaktoren, z. B. bei Lungenmanifestationen und Gefäßprozessen, erklären. Ähnliche Prozesse könnten auch für die beschleunigte Arteriosklerose und das häufige Versterben an kardiovaskulären Ereignissen bei Lupuspatienten verantwortlich sein, die sich in der Düsseldorfer Arteriosklerosekohorte zeigten.

Eine aktuelle Studie belegt, dass Rauchen das Risiko für eine venöse Thrombose mindestens genauso deutlich erhöht wie der Nachweis von Lupus anticoagulans.

In der LuLa-Studie der Lupus erythematodes Selbsthilfegemeinschaft Deutschland ist der Schmerzmittelverbrauch unter Rauchern signifikant höher. Raucher nehmen auch vermehrt Psychopharmaka und geben häufiger an, an psychischen Erkrankungen zu leiden. Raucher hatten in dieser Studie mehr vernarbende Hautveränderungen als Nichtraucher. Sie wurden häufiger mit Antimalariamitteln behandelt, die aber bei ihnen weniger wirksam waren.

Insgesamt liegen somit Belege für den negativen Einfluss des Rauchens sowohl auf die Entstehung als auch den Verlauf und die Prognose des systemischen Autoimmunerkrankungs-Lupus erythematodes vor. Dies sollte bei der ärztlichen Beratung der Betroffenen intensiver berücksichtigt werden.

Matthias Schneider | Rheumazentrum Düsseldorf
Weitere Informationen:
http://www.rheuma-online.de

Weitere Berichte zu: Immunsystem Rauchen Raucher SLE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops