Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfluss von Rauchen auf Spondyloarthritiden

12.09.2005


Ein möglicher Einfluss des Rauchverhaltens auf Verlauf oder gar Entstehung einer Spondyloarthritis (SpA) ist bisher kaum untersucht worden. Die vom BMBF im Rahmen des Kompetenznetz Rheuma etablierte Inzeptionskohorte für Spondyloarthritiden bietet die Möglichkeit, diese Frage prospektiv zu untersuchen.


Von den mehr als 500 eingeschlossenen Patienten konnten erstmals 321 Patienten, die Angaben zum Rauchverhalten machten, ausgewertet werden. Wie auch in der Allgemeinbevölkerung rauchen junge Patienten deutlich mehr als ältere und Männer mehr als Frauen. Generell rauchen Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS, n=175) mehr als Patienten mit anderen SpA (darunter Psoriasis-SpA, n=24, Crohn-SpA, n=1 und undifferenzierte SpA, n=121). Adjustiert man für Geschlecht und Alter scheint es insgesamt keine wesentlichen Abweichungen im Rauchverhalten von Patienten mit AS oder anderen SpA im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zu geben. Nur in der Gruppe der sehr jungen (bis 30 Jahre) Patienten mit AS finden sich sowohl unter den Frauen als auch unter den Männern mehr Raucher als in der Allgemeinbevölkerung. Die Dauer seit Diagnosestellung und die Symptomdauer unterscheiden sich nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

Bei den AS Patienten, nicht jedoch bei Patienten mit anderen SpA, zeigen Raucher tendenziell eine höhere Krankheitsaktivität, einen schlechteren Funktionsstatus und schlechtere Beweglichkeit der Wirbelsäule. Ein eindeutiger Einfluss des Rauchverhaltens auf den Krankheitsverlauf (Funktion, Beweglichkeit, Aktivität) lässt sich über den relativ kurzen Beobachtungszeitraum von 18 Monaten nicht feststellen.


Da es sich um eine Inzeptionskohorte handelt, d.h. Patienten mit sehr kurzer Krankheitsdauer (AS Patienten mittlere Symptomdauer 5,5 Jahre, andere SpA 2,4 Jahre) ist der Anteil der frühberenteten Patienten erwartungsgemäß so klein, dass auch diesbezüglich ein Einfluss des Rauchverhaltens nicht untersucht werden kann. Eine langfristige Fortführung der SpA-Kohorte ist nötig, um einen möglichen relevanten Einfluss von Rauchen auf Krankheitsausprägung und – verlauf bei AS oder anderen SpA prospektiv festzustellen.

Martin Rudwaleit | Campus Benjamin Franklin
Weitere Informationen:
http://www.medizin.fu-berlin.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik