Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wertewandel: Wachstumsunternehmen auf Sicherheitskurs / Aktuelle Studie von rarecompany beschreibt Erfolgsfaktoren im Wachstumsm

10.09.2001


Lauter, schneller, weiter - dies war das Motto der New Economy in ihren Anfangszeiten. Doch inzwischen kann von kurzfristigem Denken bei den Unternehmern in den Wachstumsbranchen keine Rede mehr sein. Wachstum um jeden Preis hat nicht mehr oberste Priorität. Schon bei der Gründung werden die Bedürfnisse des Marktes intensiv analysiert und die Produkte oder Dienstleistungen den Ergebnissen entsprechend angepasst. Grundlegende Regeln der Betriebswirtschaftslehre werden wieder verstärkt berücksichtigt, wenn es um die Entwicklung des Businessplanes und die Umsetzung des Geschäftsmodells geht.

Das ist der Tenor der Aussagen von Unternehmern, die an einer Befragung des Beratungsunternehmens rarecompany zu den Erfahrungen und Erfolgsfaktoren im Wachstumsmarkt teilgenommen haben. In den letzten zwei Monaten äußerten sich mehr als 100 Entscheidungsträger aus dem High Tech-, Software, Mobile-Commerce-Umfeld zu den individuellen Erfahrungen der letzten zwei Jahre.

Gerade in den ersten beiden Geschäftsjahren wurde häufig zu viel Wert auf "Time-to-Market"-Ansätze gelegt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Unternehmer diese Strategie nicht mehr als das alleinige Erfolgsrezept der Zukunft verstehen. Vielmehr ist die Analyse des Marktes, so 85 % der Manager, und die optimale Anpassung der Leistung an die Bedürfnisse des Kunden der entscheidende Erfolgsfaktor. Stufenweise Implementierung und die kontinuierliche Messung des Erfolges entlang der Marktnachfrage dominieren ein visionär-expansives Wachstum. Selbst eine bahnbrechende Innovation kann demnach nur erfolgreich sein, wenn der Markt sie nachweislich aufnimmt.

Um dies zu leisten ist ein branchenerfahrenes Managementteam mit einem etablierten Netzwerk zur Umsetzung der Geschäftsidee notwendig. 82 % der Befragten werteten diesen Aspekt als sehr bedeutend. Der Faktor Human Resources wurde von 90 % als wichtigster Aspekt zur Umsetzung der Geschäftsidee - unabhängig von anderen Umfeldfaktoren - genannt.

Die New Economy vernachlässigte während der anfänglichen Wachstumsphase vor allem grundlegende betriebswirtschaftliche Konzepte. Wachstum wurde aggressiv durch externe Finanzierung entwickelt, ohne dabei auf erfolgsmessende Plausibilitätsüberprüfungen zurückzugreifen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten 12 Monate ist dabei die Einsicht, dass "Wachstum nicht künstlich erzeugt werden kann. Ein Unternehmen muss stufenweise entwickelt und an Veränderungen angepasst werden um erfolgreich zu sein. Dies geht nicht in einem Jahr, sondern dauert mehrere Jahre", wie ein Teilnehmer treffend bemerkte. Der Druck aller Beteiligten im Bereich des Wachstumsmanagements ließ den Unternehmen dabei keinen Raum zur Entwicklung. Jeder war von kurzfristiger Maximierung getrieben, anstatt auf mittel- und langfristige Erfolgskennziffern zu achten. Nun merken 84% der Unternehmen an, dass ein weiteres Wachstum erst erfolgen sollte, wenn dieses mindestens zu 50% aus den bestehenden Umsätzen finanziert werden kann. 45% der Befragten würden die nächste Expansionsphase heute erst starten, wenn der Kundenstamm erfolgreich gesichert ist oder bisherige Projekte profitabel sind. Ein Wertewandel, der für viele Pioniere der ersten Stunde leider zu spät einsetzt. Konzepte wie "Riskmanagement" und "Controlling" sind zur Zeit bedeutender als Konzepte wie "Innovation" und "Wachstum". 33% der Studienteilnehmer würden diese risikominimierenden Bereiche sogar schon bei der Entwicklung des Geschäftskonzeptes mit erfahrenen Personen besetzen.

Kundenaufbau und -bindung durch ein hohes Qualitätsbewusstsein und die Konzentration auf stabile Marktsegmente mit einer hohen Wachstumswahrscheinlichkeit werden als weitere wichtige Erfolgsfaktoren angesehen. Darüber hinaus kristallisiert sich bei 90% der Unternehmen der Trend zu soliden und langfristig angelegten Kooperationen mit komplementären Unternehmen bzw. strategischen Partnern aus der Old Economy heraus. Einzelkämpfer sind nur noch selten anzutreffen. Unternehmen suchen Partnerschaften, die für beide Seiten einen direkten finanziellen und technologischen Vorteil bringen.

Die Ergebnisse der Studie und die abgeleiteten Erfolgsfaktoren zeigen deutlich auf, dass die weitreichende Krise in Wachstumsbranchen vermeidbar gewesen wäre. Euphorie und kurzfristiges Maximierungsdenken aller Beteiligten dominierte lang etablierte, betriebswirtschaftliche Regelwerke. Dieses Missverhältnis ist die zentrale Initialzündung für die momentane Konsolidierungsphase.

Sven Kolthof | ots
Weitere Informationen:
http://www.rarecompany.com.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Molekül entscheidet über Freundschaften
19.07.2016 | Max-Planck-Institut für Psychiatrie

nachricht Diagnosen: Wann sind mehrere Ärzte besser als einer?
19.07.2016 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

Compliance im Fokus - CLARIUS.LEGAL auf der Dialog on Tour in Hamburg

28.09.2016 | Veranstaltungen

Laser für Neurochirurgie und Biofabrikation - LaserForum 2016 thematisiert Medizintechnik

27.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wald in Inventur: Unbemannte Helikopter zur Datenerhebung

28.09.2016 | Informationstechnologie

Besserer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

28.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Carsharing-Software: Störungen auf der anderen Seite des Globus erkennen

28.09.2016 | Informationstechnologie