Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nicht alles nach China verlagern

31.08.2005


Differenzierter Blick ins Reich der Mitte


Immer mehr europäische Unternehmen nutzen China als Produktions- und Einkaufsstandort. Doch neben sehr attraktiven Arbeitskosten gibt es auch Risiken, die bei einem Engagement im Reich der Mitte zu berücksichtigen sind. Es gilt, Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und über mögliche Alternativen - vor allem über die mittel- und osteuropäischen Staaten - nachzudenken. Denn die Produktionsverlagerung nach China rechnet sich nur für bestimmte Produktgruppen. Das sind die Kernaussagen der neuen Studie "A straightforward look at China" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Das Reich der Mitte ist - vor allem auf Grund der niedrigen Lohnkosten - als Produktionsstandort für standardisierte, arbeitsintensive Erzeugnisse mit stabiler Nachfrage attraktiv", erklärt Rupert Petry, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. Handelt es sich jedoch um maßgeschneiderte Produkte, die oft gemeinsam mit dem Kunden entwickelt werden, und Erzeugnisse, die Nachfrageschwankungen unterliegen, können die mittel- und osteuropäischen Staaten eine interessante Alternative darstellen. "Diese Länder bieten im Vergleich zu China einige entscheidende Vorteile: Sie zählen zum europäischen Kulturkreis und verfügen über gut ausgebildete Arbeitskräfte mit beachtlichen Fremdsprachenkenntnissen. Dazu kommt noch die geografische Nähe und eine entwickelte Verkehrsinfrastruktur", so Petry.


Produktionskosten in China steigen rasch

Mittelfristig betrachtet sind es hauptsächlich die niedrigen Arbeitskosten, die für das Reich der Mitte sprechen. Andere Kostenkomponenten befinden sich bereits auf Weltmarktniveau oder werden sich diesem in naher Zukunft annähern. "Vor allem bei Rohstoffen liegt China - auf Grund der anhaltend hohen Nachfrage - bereits in vielen Bereichen über den weltweit üblichen Preisen, auch die Transportkosten steigen rasch. Gut ausgebildete Manager mit Sprach-, Markt- und Branchenkenntnissen sind schwer zu finden und entsprechend teuer", weiß der Berater. Auch die Lohnkosten wachsen jährlich um durchschnittlich zehn Prozent, allerdings auf sehr niedrigem Niveau.

Effizienz neu definieren

Viele europäische Unternehmen, deren Produkte und Geschäftsprozesse hoch automatisiert sind, stehen vor einem paradoxen Problem: Sie sind zu effizient für das Reich der Mitte. "Wenn diese Firmen langfristig von den niedrigen Arbeitskosten in China profitieren wollen, müssen sie den Begriff Effizienz neu definieren", sagt Petry. Sinnvoll ist es, einfache Prozesse, Produkte oder Teile in China zu produzieren oder einzukaufen. "Europäische Unternehmen müssen Produkte entwickeln, die viele Menschen rund um die Uhr erzeugen können. Nur dann rechnen sich Investitionen in den chinesischen Markt."

Mit dem richtigen Mix zum Erfolg

"China ist anders, nicht einmal mit einem anderen asiatischen Land vergleichbar. Deshalb gibt es keine allgemein gültige Erfolgsstrategie für Unternehmen, die eine Niederlassung im Reich der Mitte planen", erklärt Petry. Der Hauptunterschied zu anderen Staaten besteht darin, dass landesspezifisches Know-how von außen neu aufgebaut werden muss. "Da hier quasi nach dem ’Trial and Error’-Prinzip vorgegangen wird, kann der Weg nach China auch sehr teuer werden", so der Berater. Generell sieht Petry China als Hoffnungsmarkt, schränkt aber ein: "Niemand kann mit Sicherheit sagen, in welche Richtung sich das Land langfristig entwickeln wird."

Die aktuellen Studien "A straightforward look at China" und "Excellence in China Sourcing" können kostenlos bei Kleopatra Tinchon (Tel. 01-53602-301, kleopatra_tinchon@at.rolandberger.com) angefordert werden.

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 31 Büros in 22 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.630 Mitarbeiter haben im Jahr 2004 einen Honorarumsatz von 530 Mio. EUR erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 130 Partnern.

Mag. Rupert Petry | pressetext.monitor
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Berichte zu: Arbeitskosten Lohnkosten Strategieberatung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften