Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Personalabbau in Krankenhäusern gestoppt

30.08.2005


Der Personalabbau in den deutschen Kliniken scheint zunächst gestoppt. 28 Prozent der Krankenhausmanager prognostizieren, dass sie in den nächsten zwölf Monaten sogar mehr Mitarbeiter benötigen werden und Einstellungen planen. In 2004 war sich noch mehr als die Hälfte sicher, in Zukunft weniger Belegschaft zu benötigen. 2005 wird diese Meinung nur noch von knapp einem Drittel der Umfrageteilnehmer geteilt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Krankenhaus Trend“ der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift „kma“, die mit Unterstützung des Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagement-software Inworks durchgeführt wurde.


Derzeit rechnet der Ärzteverband Marburger Bund mit rund 5.000 Arztstellen, die in den deutschen Kliniken unbesetzt sind. Immer mehr junge Mediziner suchen sich attraktivere Berufsalternativen oder eine ärztliche Tätigkeit im Ausland. Auf Grund des geringen Zuganges an jungen Ärzten verschiebt sich die Altersstruktur weiter zu den älteren Jahrgängen. Nur noch 16 Prozent der Mediziner sind jünger als 35 Jahre. Immer mehr Ärzte wandern ab. Vor allem Großbritannien und die skandinavischen Länder werben mit attraktiven Arbeitsbedingungen um deutsche Mediziner. Hinzu kommt das neue Arbeitszeitgesetz für Ärzte, das die Bereitschaftsdienstzeiten neu regelt. 32–Stunden-Dienste – bisher keine Seltenheit – sind demnach nicht mehr zulässig, da die Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit gelten. Somit müssen die Kliniken statt Bereitschaftsdienst einen Schichtdienst einführen und hierfür mehr Ärzte einstellen.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwingt die Klinikmanager zum Umdenken: Nahezu die Hälfte der befragten Klinikentscheider meint, ärztliche Stellen könnten wegen Bewerbermangel zum Teil nicht besetzt werden. Tatsächlich wird die medizinische Versorgung in einigen Regionen, insbesondere in ländlichen Regionen in den östlichen Bundesländern, nur noch durch die Zuwanderung ausländischer Ärzte aufrechterhalten. Im Jahr 2004 ist die Anzahl der zugewanderten Mediziner in den Krankenhäusern der neuen Bundesländer um 31 Prozent gestiegen. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 17.000 Mediziner mit ausländischem Pass, die Mehrzahl aus Mittel- und Osteuropa.


Die Entwicklung des Personalbedarfs der Kliniken (Prozentwerte)

  • Fallend: 51,8 (Juni 2004); 41,8 (Dezember 2004); 33,3 (Mai 2005)
  • Gleich bleibend: 38,4 (Juni 2004); 40,9 (Dezember 2004); 38,5 (Mai 2005)
  • Steigend: 9,8 (Juni 2004); 17,3 (Dezember 2004); 28,2 (Mai 2005)

Die Arbeitsbedingungen für Klinikärzte können durch neue Arbeitszeitmodelle verbessert werden, Pilotmodelle zur Ablösung des Bereitschaftsdiensts laufen derzeit in etwa zwei von fünf Krankenhäusern. Weitere 40 Prozent der Kliniken planen zumindest, die neuen Arbeitszeitregelungen zukünftig einzuführen.

Die Presseinformation basiert auf der aktuellen Studie „Krankenhaus Trend“ von der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting und der Fachzeitschrift „kma“. In einer Online-Befragung wurden zwischen April und Mai 2005 179 Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen zu ihren Investitionsplänen für das laufende Jahr interviewt.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Bereitschaftsdienst Personalabbau Unternehmensgruppe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie