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Patient Pharmaforschung

22.08.2005


Einschätzung der Rahmenbedingungen des Pharma-Innovationsstandorts Deutschland durch Unternehmen und Forschungseinrichtungen


Das Fraunhofer ISI hat eine umfassende Bestandsaufnahme des deutschen Pharma-Innovationssystems erstellt. Fazit: Deutschland ist im internationalen Vergleich zurückgefallen. Das Zusammenspiel aller Akteure muss verbessert werden.


Der Pharma-Standort Deutschland droht im internationalen Wettbewerb weiter an Einfluss zu verlieren. So lautet das Fazit des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, das für die Hans-Böckler-Stiftung mit Unterstützung der IG Bergbau Chemie Energie die Stärken und Schwächen des Pharma-Innovationsstandortes Deutschland aufgedeckt hat. Zwar hat der Standort bei Patenten und Publikationen deutlich zugelegt, es gibt jedoch zahlreiche Innovationshemmnisse, welche die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Soll die Bedeutung Deutschlands als Standort für Forschung und klinische Studien nicht weiter schwinden, müssen alle Akteure des Gesundheitssystems gemeinsam gegensteuern.

Zentrale Innovationshemmnisse halten die Karlsruher in folgenden Bereichen ausgemacht:

  • Unzureichende Koordination der verschiedenen Politikressorts auf Landes- und Bundesebene. Zukünftig ist eine nationale Pharmastrategie gefragt, die alle Akteure des Gesundheitssystems einbezieht.
  • Bisher wird zu wenig Forschung am Krankenbett gemacht. Zur Stärkung der patientenorientierten Forschung ist daher die Verzahnung von qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung und die stärkere Verankerung der klinischen Forschung in der Medizinerausbildung erforderlich.
  • Kooperationen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen sind Mangelware. Diese scheitern häufig an traditionellen hierarchischen Strukturen in diesen Betrieben. Nationale und internationale Vertriebskooperationen könnten helfen, auf neuen Märkten Erfolg zu haben.
  • Erfolg versprechende Innovationen verschwinden mitunter in der Schublade, wenn sie nicht ins Portfolio eines Unternehmens passen. Hier hat jedoch ein Umdenken eingesetzt: Immer mehr Pharmaunternehmen bieten nicht benutzte Innovationen anderen Unternehmen an.

"Transparenz und Verlässlichkeit der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind das A und O, wenn die deutsche Pharmaforschung wieder die Weltspitze erreichen soll", mahnt Projektleiterin Sibylle Gaisser. Die ISI-Studie soll helfen, langfristig Innovationen unter geänderten Rahmenbedingungen sicherzustellen und innovationsfördernde Strukturen in der Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Die Ergebnisse der Studie, die bei Industrie, Forschung und Politik gleichermaßen auf große Zustimmung gestoßen ist, fließen in die Task Force Pharma ein, die 2003 vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung ins Leben gerufen wurde.



Kontakt:
Dr. Sibylle Gaisser und Dr. Michael Nusser
Telefon: (0721) 6809 - 205/ -336
E-Mail: sibylle.gaisser@isi.fraunhofer.de
michael.nusser@isi.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktchancen technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
www.isi.fraunhofer.de
Öffentlichkeitsarbeit: Bernd Müller
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
Telefax +49 (0) 721 / 68 09 - 270
bernd.mueller@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm.

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