Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fondgebundene Lebensversicherungen

06.09.2001


Fondsgebundene Lebensversicherungen - was wirklich abläuft
Eine Studie Ulmer Aktuarwissenschaftler

Fondsgebundene Lebensversicherungen - Lebensversicherungen also, deren Sparbeitrag in verschiedene Fonds investiert wird - sind in Deutschland unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Bereits Ende 2000 hatte jedes zweite Lebensversicherungsunternehmen Fondspolicen und/oder Fondsrenten im Programm, zum kommenden Jahreswechsel rechnen Experten mit rund 80 Anbietern sogenannter »investitionsorientierter Lebensversicherungsprodukte«.

Nürnberger oder Aspecta, Deutscher Herold oder Skandia - welche ist die Beste? Entsprechende Vergleiche haben Fachleute schon verschiedentlich angestellt, da aber die zukünftigen Wertentwicklungen der verschiedenen Fonds unbekannt sind, wird der Einfachheit halber für alle Produkte die gleiche hypothetische Wertentwicklung zugrunde gelegt. Prof. Dr. Hans-Joachim Zwiesler und seine Mitarbeiter am Institut für Aktuarwissenschaften der Universität Ulm mochten sich damit nicht bescheiden. Sie wollten wissen, welche Renditen sich konkret ergeben hätten, wenn beispielsweise ein Dreißigjähriger in den letzten 12 Jahren monatlich 250 DM zu den tatsächlichen Fondskursen investiert hätte. Deshalb berechneten sie von ausgewählten Anbietern die Ablaufleistungen der meistverkauften fondsgebundenen Lebensversicherungen erstmals unter Berücksichtigung der Wertentwicklung, die (nach Angaben der Kapitalanlagegesellschaften) innerhalb der letzten 12 Jahre tatsächlich realisiert wurde.


Den »Besten« gibt es nicht

Wer sich als Kunde für eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung entscheidet, kann zwischen verschiedenen Tarifen und Laufzeiten wählen. In ihrer Vergleichsstudie untersuchten die Ulmer Wirtschaftsmathematiker drei Varianten: einen 30jährigen Versicherungsnehmer, der über 30 Jahre monatlich 200 Deutsche Mark einzahlt, einen gleichaltrigen, der für 12 Jahre mit monatlichen 250 Mark abschließt, und einen 45jährigen, dessen Vertrag 15 Jahre läuft, wobei er lediglich in den ersten fünf Jahren je 5000 Mark investiert.

Schritt eins war die Berechnung der »realistischen Sparrate«, das heißt desjenigen konstanten monatlichen Betrags, der bei einem angenommen jährlichen Fonds-Zuwachs von 9% investiert werden muss, damit die vom Anbieter vorausgesagte Ablaufleistung erreicht wird. Diese Rate wurde anschließend für jedes einzelne Versicherungsangebot unter Verwendung der historischen monatlichen Performance-Werte hochgerechnet. So ergab sich die »realistische Ablaufleistung« und aus ihr wiederum eine jährliche Rendite.

Überraschendes Ergebnis Nummer eins: die realistischen Ablaufleistungen der einzelnen Versicherungsprodukte divergieren um bis zu 15 Prozent. Überraschendes Ergebnis Nummer zwei: den »besten« Versicherer gibt es nicht. Ob Aachener und Münchner oder Gerling, Aspecta oder Skandia, Nürnberger oder Deutscher Herold besser abschnitten, hing ganz von der Auswahl des zugrunde liegenden Fonds ab. So ergab es sich nicht selten, dass ein und derselbe Anbieter mit einer Versicherungsvariante in seiner Kategorie das Rennen machte, mit einer anderen auf den untersten Rängen landete.

Wer also für sich selbst die optimale Rendite sucht, muss Kleingedrucktes studieren und vergleichen. Er sollte auch einmal in die August-Ausgabe der Wirtschaftszeitschrift FINANZEN hineinschauen, wo die Ulmer Studie auszugsweise abgedruckt ist. Eine ausführlichere Version steht im Internet als PDF-Dokument zum Downloaden ( http://www.ifa-ulm.de/downloads/Ablaufleistungen_FLV.pdf ).

Eine Checkliste wichtiger Punkte, um bei fondsgebundenen Rentenversicherungen generell die Spreu vom Weizen zu trennen, hatten Zwiesler und sein Team bereits im November vergangenen Jahres im Fachblatt »Performance« veröffentlicht. Die wichtigsten Produktcharakteristika fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungsprodukte zur Beurteilung im Rahmen eines Vergleichs wurden schon 1999 als »Qualitäts-Siegel« dargestellt - nachzulesen in der Fachzeitschrift »Versicherungswirtschaft« (Ausgabe September ’99). Ein dreigeteilter Artikel über fondsgebundene Lebensversicherungen in der Zeitschrift KURS (September - Oktober 2000) gehört gleichfalls in den Kontext der IFA-Veröffentlichungen über investmentorientierte Lebensversicherungsprodukte.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Lebensversicherung Rendite Wertentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie