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Wirksamkeit eines Medikaments gegen Hodenkrebs nachgewiesen

22.07.2005


Eine Dosis Carboplatin entspricht mehreren Wochen Bestrahlung


Eine einzelne Dosis eines Medikaments gegen Hodenkrebs ist so wirksam wie zwei oder drei Wochen Strahlenbehandlung. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Barts and The London, Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry gekommen. Die Wissenschafter regen an, dass Carboplatin zum bevorzugten Behandlungsansatz für die am meisten verbreitete Form von Hodenkrebs werden soll. Es könnte sogar möglich werden, dass Chirurgen bei einer Operation nur mehr den betroffenen Teil des Hodens entfernen müssen. Die Ergebnisse der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

Die aktuelle Studie verglich die Daten von fast 1.500 Patienten, die entweder mit einer Bestrahlung oder mit dem Medikament behandelt wurden. Es zeigte sich, dass eine einzelne Carboplatin-Injektion bei der Verhinderung eines erneuten Auftretens der Erkrankung so effektiv war wie zwei oder drei Wochen täglicher Bestrahlung. Zwei Jahre nach der Behandlung mit dem Medikament waren 97,7 Prozent der Behandelten frei von Krebs. Bei der zweiten Teilnehmergruppe waren es 96,7 Prozent. In den ersten drei Monaten nach der Behandlung mit Carboplatin fehlten diese Teilnehmer seltener bei der Arbeit und litten deutlich weniger unter Energielosigkeit. Die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens einer weiteren Krebserkrankung im verbleibenden Hoden schien ebenfalls geringer zu sein. Das Risiko lag bei der Medikamentengruppe bei eins zu 200, bei der Bestrahlungsgruppe bei eins zu 50.


Der leitende Wissenschafter Tim Oliver erklärte, dass diese groß angelegte Studie nach 20 Jahren Forschung und Unsicherheit nachgewiesen habe, dass eine Dosis Carboplatin kurzfristig so sicher wie eine Bestrahlung und weniger belastend sei. Damit könnten Verfahren wie die Lumpektomie und eine Chemotherapie zur Bewahrung der Hoden für Seminome im ersten Stadium eingesetzt werden. In Großbritannien wird laut BBC jährlich bei fast 2.000 Männern Hodenkrebs diagnostiziert. Die Häufigkeit der Erkrankungen hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Die Diagnose erfolgt bei den meisten Patienten im ersten Stadium, solange die Erkrankung noch auf die Hoden beschränkt ist. Die am häufigsten auftretende Form in diesem Bereich ist das Seminom. Die Behandlung besteht im Normalfall aus einem chirurgischen Eingriff und einer Strahlenbehandlung.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.thelancet.com

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