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Publikationsstrategien im Wandel

22.07.2005


DFG-Studie belegt steigende Akzeptanz und Bedeutung von Open Access



Die Verbreitung von Forschungsergebnissen über spezielle, für den Nutzer kostenlos zugängliche Plattformen im Internet (Open Access) wird von einem Großteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachbereiche befürwortet. Trotzdem hat bisher nur etwa jeder Zehnte von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, eigene Beiträge im Open Access verfügbar zu machen. Dies zeigt eine Umfrage zum Publikations- und Rezeptionsverhalten von Wissenschaftlern, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Sommer 2004 in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die Studie vermittelt somit wichtige Erkenntnisse zu einem bislang zwar viel diskutierten, aber nicht ausreichend mit Daten belegten Wandel auf dem Publikationsmarkt.



An der Befragung nahmen über 1 000 von der DFG geförderte Wissenschaftler aller Fachrichtungen teil. Dabei sprach sich der wissenschaftliche Nachwuchs in den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften in etwas stärkerem Maße für eine Förderung von Open-Access-Publikationen aus als ältere Wissenschaftler. Bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern war es genau umgekehrt. Vor allem die Sekundärpublikation bereits in renommierten Fachzeitschriften erschienener wissenschaftlicher Beiträge im Open Access - das so genannte self-archiving - wurde überaus positiv bewertet. Dazu eignen sich nach Meinung der Befragten fächerspezifische Server am besten. Bedenken äußerten Wissenschaftler in Bezug auf den Stellenwert von Open-Access-Publikationen in Fachkreisen und hinsichtlich der langfristigen Verfügbarkeit elektronischer Veröffentlichungen. Diesbezügliche Zweifel werden jedoch in dem Maße geringer, in dem Wissenschaftler über Erfahrungen mit Online-Publikationen verfügen.

Open Access soll den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Scientific Community erleichtern. Da frei zugängliche Publikationen häufiger zitiert werden, steigert Open Access die Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse und kann somit das Renommee der Wissenschaftler deutlich erhöhen. Mit der Unterzeichnung der "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" hatte sich die DFG bereits am 22. Oktober 2003 verpflichtet, den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im Internet maßgeblich zu unterstützen und zu propagieren.

Dr. Jutta Rateike | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de
http://www.dfg.de/lis

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