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Analyse der agrarwirtschaftlichen Landnutzung in Osteuropa

21.07.2005


Man geht davon aus, dass eine globale Klimaveränderung Auswirkungen verschiedenster Art auf Landnutzung und ökologische Systeme hat. Im Rahmen eines EU-Projekts zur Studie der Anfälligkeit von Ökosystemen für ökologische Veränderungen wurde eine Datenbank mit Landwirtschaftsmustern in Mittel- und Osteuropa erstellt, die zur Entwicklung nachhaltiger Landnutzungsstrategien beitragen könnte.



Für den Aufbau der Datenbank nutzte das Projektteam offizielle Zahlen zu den verschiedenen Arten der Landwirtschaft und der Landnutzungsmuster, geographisch anhand des Systems der Europäischen Union zur Nomenklatur der statistischen Gebietseinheiten (NUTS) unterteilt. Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) errichtete das System im Jahr 1988 zur Klassifizierung regionaler Statistiken.

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Im Rahmen des Projekts fand man heraus, dass die Arten und Muster der Landwirtschaft innerhalb der mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) von historischen Umständen und politischen Entscheidungen, die während des wirtschaftlichen Übergangs getroffen wurden, abhingen. In Polen beispielsweise zeigte sich die vom Team identifizierte Haupttendenz in der Zeit von 1996 bis 2002 in einer Abnahme der Anzahl der Höfe insgesamt, während die Zahl der "sozialen Höfe" mit einer Größe von ein bis zwei Hektar stieg. In Ländern wie Polen und Rumänien dienen solche kleinen Höfe sozialen Zielen wie der ländlichen Beschäftigung.

Das Projekt analysierte darüber hinaus die Muster der Landnutzung im gesamten Mittel- und Osteuropa. Das Team verglich die zur Landwirtschaft genutzten Gebiete (ob Getreide, Weideland oder Wald), die Getreidesorten und den Viehbestand je 100ha. Man traf auf große Unterschiede innerhalb der Länder bezüglich der Flächen, die zur landwirtdschaftlichen Nutzung vorgesehen sind: Bergige Regionen weisen einen geringeren Prozentsatz auf, wohingegen Höfe im Flachland in der Regel zu über 60 Prozent anbaufähig sind.

Die Getreidestruktur dieser Flächen zeigte komplexere Muster, in den südlichen und zentralen MOEL wird mehr als der Hälfte der kultivierungsfähigen Fläche zum Weizenanbau genutzt, in Polen beläuft sich dies allerdings auf weniger als ein Drittel. Man fand gleichermaßen heraus, dass die Anzahl der Schweine, Schafe und Rinder je 100ha mit den Getreidemustern auf unterschiedliche Weise in Polen, Bulgarien und der Tschechischen Republik zusammenhängen.

Man geht davon aus, dass die im Rahmen der Projektanalyse entdeckten Muster und die Datenbank der Rohinformationen für politische Entscheidungsträger von großem Nutzen sein können. Diese sowie öffentliche Behörden können sie bei der Ansprache politischer Bereiche wie Klimaveränderung, Artenvielfalt und Agrarpolitik nutzen.

Prof. Jerzy Lipiec | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ipan.lublin.pl/

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