Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zehn Milliarden Euro - soviel geben Unternehmen jährlich fürs Gemeinwohl aus

20.07.2005


Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) legt erste repräsentative Studie zur "Corporate Social Responsibility" vor:

  • Neun von zehn Unternehmern engagieren sich für die Gesellschaft
  • 44 Prozent wollen durch Eigeninitiative staatliche Defizite ausgleichen
  • Ermittelte Gesamtsumme entspricht 58 Prozent der Staatsausgaben für Jugendhilfe

Nach einer Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) über "Corporate Social Responsibility", die vom Wirtschaftsmagazin für Unternehmer ’impulse’ exklusiv veröffentlicht worden ist, geben die Firmenchefs jährlich 10,3 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke aus. Größter Einzelposten sind mit 4,6 Milliarden Euro die Geld- und Sachspenden. Auf einen Betrag von 3,1 Milliarden Euro summieren sich die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Unternehmer wie etwa für Ratsmandate oder Leitungsfunktionen bei regionalen Hilfsorganisationen. Weitere rund 1,6 Milliarden Euro ergeben sich unter anderem aus Kooperationen mit dem Staat und eine Milliarde Euro als Ertrag aus Stiftungen. Mit ihren CSR-Maßnahmen springen die Unternehmen häufig da in die Bresche, wo der Staat sich zurückzieht. Der Gesamtbetrag von 10,3 Milliarden Euro entspricht rund drei Fünfteln der jährlichen Staatsausgaben in Höhe von 17,9 Milliarden für Jugendhilfe (z.B. in Tageseinrichtungen, der Sozialarbeit und Erziehungshilfe).


Fast jeder vierte Unternehmer baute in den vergangenen Jahren gesellschaftliches Engagement aus

Wie das forsa.-Institut bei den 1.000 (Mit-)Inhabern repräsentativ ausgewählter Unternehmer mit einem Mindestumsatz von 100.000 Euro für die bislang umfassendste "Corporate Social Responsibility"-Studie ermittelte, springen die Unternehmer ganz bewusst für den zunehmend finanzschwachen Staat in die Bresche, weil dieser sich nach der Meinung von 83 Prozent der befragten Unternehmer immer mehr aus seiner Verantwortung für Gemeinschaftsaufgaben zurückziehe. Gut drei Viertel von ihnen (76 Prozent) sehen auch ihre im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Gruppen größere Verantwortung. Deshalb hat fast jeder Vierte (24 Prozent) in den vergangenen Jahren sein Engagement für öffentliche Aufgaben verstärkt, bei fast zwei Dritteln (64 Prozent) blieb es gleich. Lediglich zwölf Prozent gaben an, ihren Einsatz für gemeinnützige Zwecke zurückgenommen zu haben.


Kleinere, inhabergeführte, Unternehmen sind besonders aktiv

Für den Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Tasso Enzweiler, zeigt die Studie, dass "insbesondere Chefs mittelständischer, inhabergeführter Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen. Wir beobachten interessanterweise, dass sich kleinere Unternehmen - bezogen auf ihren Umsatz - stärker engagieren als die großen." 70 Prozent der Unternehmensentscheider setzten beim sozialen und kulturellen Engagement auf Firmenspenden. 56 Prozent spendeten aus der Privatschatulle. 38 Prozent der Befragten engagierten sich über Sachspenden. Jeder Dritte war in den zurückliegenden zwölf Monaten ehrenamtlich tätig. 22 Prozent der Unternehmen überließen Organisationen Dienstleistungen ohne Berechnung, 18 Prozent stellten kostenlos Firmeneinrichtungen zur Verfügung, 16 Prozent stellten Mitarbeiter für gemeinnützige Projekte frei.

Imagegewinn fürs Unternehmen und zielgerichtete Hilfe sind die Hauptmotive

Die Hauptmotive für das gesellschaftliche Engagement der Unternehmer entspringen gleichermaßen dem unternehmerischen Eigeninteresse wie dem Wunsch, der Gesellschaft zu nutzen: So nannten 74 Prozent der Befragten als Motiv den Imagegewinn für das eigene Unternehmen, 73 Prozent nannten persönliches Engagement für bestimmte öffentliche Aufgaben. 72 Prozent der Befragten wollen so ihre Kundenbeziehungen verbessern, 65 Prozent ihre Mitarbeiter motivieren. 44 Prozent gaben an, mit ihrer Hilfe staatliche Defizite ausgleichen zu wollen. Für ’impulse’-Chefredakteur Dr. Klaus Schweinsberg geben die Ergebnisse der Studie gerade die typischen Fähigkeiten im Alltag eines Unternehmers gut wieder: "Sich für notwendige Aufgaben konsequent einsetzen, ohne dabei den eigenen Vorteil aus den Augen zu verlieren."

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist eine überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland.

Barbara Willms | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.insm.de
http://www.impulse.de

Weitere Berichte zu: INSM Imagegewinn Responsibility Sachspende Social

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie