Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Selbstverstärkende Kunststoffe: Technisch hervorragend und rentabel zugleich?

20.07.2005


Selbstverstärkende Kunststoffe (Self Reinforced Plastics, SRP’s) weisen eine außergewöhnliche Kombination von physikalischen Eigenschaften auf und können in vielen verschiedenen Anwendungen zum Einsatz kommen. Dabei bauen sie auf der Vielseitigkeit und einfachen Recyclingfähigkeit von Thermoplastkunststoffen sowie auf hohen Leistungswerten von faserverstärkten Verbundstoffen auf. Ihr geringes Gewicht, hohe Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit eignen sich für ein breites Spektrum an semi-strukturellen und strukturellen Anwendungen besonders in der Automobilindustrie, zum Beispiel beim Bau kleinerer und leichter Fahrzeuge, die somit mehr Benzin sparen. Einer Aussage der "European Alliance for Thermoplastic Composites" (EATC) zufolge wird das Gewicht von mittelgroßen Fahrzeugen wahrscheinlich bis zum Jahr 2010 von 1.400 kg auf 1.150 kg sinken, welches den Markt für selbstverstärkende Kunststoffe weiter ankurbeln wird.


"Um die neuen Konstruktionsanforderungen zu erfüllen, sind Automobilhersteller auf der Suche nach Kunststoffen von geringer Dichte und guten mechanischen Eigenschaften," erklärt Dr. Brian Balmer, Programme Manager bei Frost & Sullivan (http://chemicals.frost.com). "Produkte aus selbstverstärkenden Kunststoffen werden dabei näher in Betracht gezogen, besonders Polypropylene für nicht-strukturelle Komponenten bei zukünftigen Fahrzeugmodellen."

Gute Chancen in der Automobilindustrie


Die Automobilindustrie ist ein riesiger und wachsender Markt für Kunststoff- und Verbundmaterialien und gibt Zulieferern von selbstverstärkenden Kunststoffen die beste Gelegenheit, schon früh ein solides Geschäftsvolumen zu erreichen. Dennoch wird es nicht einfach sein, in der Automobilindustrie Fuß zu fassen, besonders im Massenmarkt mit extrem strengen Standards und hohem Kostendruck.

Zusätzlich werden die Produkte im Bereich von Thermoform-Automobilanwendungen mit Glasmattenthermoplasten (Glass Mat Thermoplastics, GMT) und mit langfaserverstärkten Thermoplasten (Long Glass-Fibre Reinforced Thermoplastics, LFT) konkurrieren müssen. Bezüglich der mechanischen Eigenschaften sind selbstverstärkende Kunststoffe klar im Vorteil, jedoch haben sie vergleichsweise hohe Preise. Deswegen sollten Zulieferer ihre Kostenstruktur ändern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Preisspektrum zwischen EUR 4 und EUR 6 pro Kilogramm wäre hierfür realistisch.

"Gleichzeitig sollten Hersteller mit Preisnachlässen jedoch vorsichtig umgehen", warnt Dr. Barmer. "Besonders in der frühen Marktentwicklungsphase sollte dieser Prozess langsam stattfinden, um Verluste aufgrund geringer Preise zu absorbieren."

Querträger, A-Stützen und Dachverkleidungen aus selbstverstärkenden Kunststoffen

Um eine optimale Gewinnentwicklung zu erzielen, sollten sich Zulieferer auf semi-strukturelle und strukturelle Bauteile in kleinen und mittelgroßen Fahrzeugen ausrichten. Dies beinhaltet Querträger, bei denen die selbstverstärkenden Kunststoffe die Frontal-Aufprall-Erfordernisse ausreichend erfüllen, oder A-Stützen, die sich gut mit einer solchen Verkleidung vertragen. Dachverkleidungen und verschiedene Unterbodenteile sind andere potentiell lukrative Einsatzbereiche.

Fokus auf Nischenmärkte ebenfalls lukrativ

Wem jedoch die Entwicklung für eine Anwendung in der Automobilbranche zu kostspielig und der Sektor allgemein zu anspruchsvoll erscheint, sollte versuchen profitablere Nischenmärkte zu finden, in denen selbstverstärkende Kunststoffe einen höheren Wert haben und somit höhere Preise erzielen. "Man sollte nicht vergessen, dass es noch andere Märkte neben der Automobilbranche gibt", unterstreicht Dr. Balmer. "Auch orthopädische Stützen und ballistische Schutzausrüstungen versprechen enorme Wachstumsmöglichkeiten."

Großes Potenzial bieten auch Bereiche wie Sport, individuelle Schutzausrüstungen, Ummantelungen und -gehäuse für Maschinen und industrielle Überzüge, wo ein reduziertes Gewicht und gleichzeitige Festigkeit relevant sind.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern einen kostenfreien Überblick über die Analyse zum Europamarkt für selbstverstärkende Kunststoffe in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen unter Angabe von Name, Firmenname, Position, Telefonnummer, Email-Adresse, Stadt und Land können an Katja Feick, Corporate Communications (katja.feick@frost.com), gerichtet werden.

Originaltitel:
European Market for Self-Reinforced Plastics (B412)

Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die ihre Kunden bei allen strategischen Entscheidungen zur lokalen als auch globalen Ausweitung der Geschäftsaktivitäten unterstützt. Analysten und Berater erarbeiten pragmatische Lösungen, die zu überdurchschnittlichem Unternehmenswachstum verhelfen. Seit mehr als vierzig Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über ein einzigartiges Spektrum an Dienstleistungen und einen enormen Bestand an Marktinformationen. Frost & Sullivan arbeitet mit einem Netzwerk von mehr als 1000 Industrieanalysten, Beratern und Mitarbeitern und unterhält 19 Niederlassungen in allen wichtigen Regionen der Welt.

Weitere Informationen:

Katja Feick
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel.: 069-77033-12
Fax: 069-234566
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://chemicals.frost.com

Weitere Berichte zu: Automobilindustrie Kunststoff Thermoplastic

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften