Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Möglichkeit zur Liquiditätsverbesserung durch Working Capital Management wird selten genutzt

20.07.2005


Nur jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) nutzt ein gezieltes Working Capital Management (WCM), um seine Kapitalbindung zu verringern und die eigene Liquidität zu verbessern. In 58 Prozent der Unternehmen dominieren andere Geschäftsziele beim Einsatz von WCM. 74 Prozent messen dem WCM „hohe“ bis „sehr hohe“ Bedeutung bei. Doch nur ein Drittel (36 Prozent) verfolgt ein sämtliche Unternehmensaktivitäten umfassendes Steuerungskonzept für das gebundene Kapital. Jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) steuert das Working Capital isoliert. Das hat eine KPMG-Umfrage unter 550 führenden europäischen Unternehmen ergeben, darunter mehr als die Hälfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.


Ziel des Working Capital Managements ist es, die Durchlaufzeit des im Umlaufvermögen gebundenen Kapitals so gering wie möglich zu halten. Auffallend ist, dass die Unternehmen dem Verkaufsprozess ein höheres Potenzial zur Freisetzung von im Unternehmen gebundener Liquidität beimessen als dem Einkaufsprozess.

Hauptanliegen: Verbesserung der Liquidität und Bilanzstruktur


Als Hauptmotive für ihr Working Capital Management nannten die Unternehmen auf einer Skala von 1 („nicht wichtig“) bis 5 („sehr wichtig“) die Bedeutung für die Liquiditätslage und Bilanzstruktur (3,8), die Ergebnisverbesserung (3,4) und die Generierung von Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Unternehmensvermögen heraus (3,3).

Für Handel hat WCM die größte Bedeutung

Eine Analyse des Umfrageergebnisses nach Industriezweigen zeigt, dass sich die Branchen Handel sowie Energiewirtschaft und Kommunikationsindustrie deutlich von den Angaben der übrigen Teilnehmer abheben. 92 Prozent der befragten Handelsunternehmen bezeichnen Working Capital Management als „bedeutend“ oder „sehr bedeutend“. Dieses Ergebnis reflektiert den hohen Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen der Unternehmen. Entsprechend weisen Unternehmen aus der Energiewirtschaft oder der Kommunikationsbranche dem Thema einen niedrigeren Stellenwert zu. Die Unternehmen der Energiewirtschaft halten WCM nur zu 51 Prozent für „bedeutend“ oder „sehr bedeutend“, in der Kommunikationsbranche sind es 40 Prozent.

Herausforderungen der Zukunft

Nahezu drei Viertel der Unternehmen sehen in der Zukunft große Herausforderungen für ein Working Capital Management. Viele arbeiten bereits an der Fortentwicklung bereits bestehender Konzepte. Nahezu die Hälfte plant zukünftige Projekte. Eigenen Angaben zufolge werden sich die Unternehmen auf die Optimierung der individuellen Prozessketten sowie das Thema Berichtswesen und Anreizsysteme konzentrieren. Größte Aufgabe wird jedoch die Entwicklung einer übergreifenden Konzeption für das Working Capital Management sein. Schwerpunkte sind die Themen Performance, Prozessoptimierung, Bewusstseinsbildung und Implementierung von Richtlinien.

Entwicklungsstand der zukünftigen Projekte

Bei den geplanten Projekten dominiert das Thema „übergreifendes Working Capital Management“. Jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) hat bereits entsprechende Projekte begonnen, und weitere 59 Prozent haben vor, solche zu initiieren. 30 Prozent der Befragten widmen sich schon der Optimierung der Verkaufsprozesse, weitere 11 Prozent planen dies.

Markus Steitz, Partner bei KPMG: „Professionelles Finanzmanagement wird zunehmend zum unternehmerischen Erfolgsfaktor. Mit seiner Hilfe lassen sich Liquiditätsengpässe vermeiden, die Rendite steigern und finanzielle Risiken gezielt steuern. Die Attraktivität des Working Capital Managements beruht auf seiner Doppelwirkung: Eine Verringerung der Kapitalbindung setzt Liquidität frei und wirkt sich so unmittelbar auf die Finanzlage der Unternehmen aus. Gleichzeitig erhöht sich jedoch auch die Kapitalrentabilität, Bilanzstrukturen werden optimiert und Unternehmenskennzahlen verbessert.“

Working Capital Management eröffnet so Wege für weitere Außenfinanzierungsformen, beispielsweise über Kapitalmarktemissionen von Eigen- und Fremdkapitaltiteln, Private Equity- oder Mezzanine-Finanzierungen – also Finanzierungsformen über Kapitalgeber, die ihren Blick verstärkt auf Bilanzstrukturen und Unternehmenskennzahlen richten. Working Capital Management ist damit ein Baustein zur wertorientierten Unternehmensführung.

Hinweis: Die Studie „Working Capital Management - Eine Bestandsaufnahme: Wie europäische Unternehmen ihr Working Capital steuern“ finden Sie unter www.kpmg.de.

Pressekontakt:
KPMG, Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18/-12 15, Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

Ute M. Koglin | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Bilanzstruktur Capital Energiewirtschaft Liquidität WCM Working

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung