Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachfrage nach alternativen Brennstoff-Technologien wächst

13.07.2005


Implementierung setzt eine effiziente Infrastruktur voraus


Der Druck der Behörden, Treibhaus-Emissionen durch die Verwendung von alternativen Brennstoffen zu senken, wird zunehmend größer. Dennoch zeigt eine aktuelle Analyse von Technical Insights, einem Unternehmensbereich von Frost & Sullivan, dass die verbreitete Nutzung von Erdgas, Wasserstoff und Methanol aufgrund mangelhafter Infrastrukturen noch immer stark eingeschränkt ist.

Deutschland, Italien, Spanien und Portugal gehören zu den wenigen Ländern, in denen derzeit eine geeignete Infrastruktur für alternative Brennstoff-Technologien besteht. Für den vollständigen Ersatz von Benzin als Brennstoff jedoch wäre noch ein viel größeres Netz erforderlich. „Die Entdeckung des idealen Ersatzes für Benzin allein reicht nicht aus“, sagt Vijay Shankar Murthy, Frost & Sullivan Research Analyst (technicalinsights.frost.com). „Nunmehr gilt es, logistische Schwierigkeiten zu überwinden und geeignete Methoden zur Herstellung, Lagerung und den groß angelegten Vertrieb dieser alternativen Brennstoffe zu finden.“


Kosteneffektive Transportwege gefragt

Dabei bietet sich insbesondere der Transport von Wasserstoff mittels Pipelines über große Distanzen als kostengünstige Möglichkeit an. Tatsächlich sind die meisten der bereits existierenden Pipelines auch zum Transport einer Kombination aus Wasserstoff und Erdgas geeignet. Ein zusätzliches Plus: Gaspipelines können auch zur Lagerung von großen Wasserstoffmengen dienen und im Falle einer hohen Nachfrage mittels Druckregulierung eine günstige Lieferung großer Lagermengen ermöglichen. Daneben kann sich - je nach Abnahmemenge - auch eine Wasserstofflieferung durch Gasverflüssigung als kosteneffektiv erweisen.

Wesentlich wirkt sich vor allem jedoch die Herstellungsmethode auf die Lieferkosten aus. Bei einer zentralen Wasserstoffherstellung beispielsweise verursacht die Lieferung über größere Entfernungen maßgebliche Transportkosten. „Im Gegensatz dazu sind die Lieferkosten einer dezentralen Herstellungsmethode zwar sehr gering. Dafür sind jedoch die Produktionskosten umso höher, weil die Größenvorteile der Massenproduktion verloren gehen“, erklärt Murthy.

Wasserstoff als Brennstoff der Zukunft im Test

Unter Einsatz von enormen finanziellen Mitteln wird derzeit für Wasserstoff als ‚Brennstoff der Zukunft’ geworben. In neun verschiedenen europäischen Städten wird derzeit das „Clean Urban Transport for Europe“- (CUTE) Projekt durchgeführt, wobei der Einsatz von mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen öffentlichen Bussen getestet wird.

„Die komplette Umstellung auf Wasserstoff wird natürlich nicht von jetzt auf gleich vollzogen werden können. Erst müssen die Betriebskosten der Wasserstoff-Brennstoffzellen reduziert werden, um sie den Benzinkosten anzugleichen“, stellt Murthy fest.

Neben Hauptantriebsfaktoren und Herausforderungen des Marktes geht er in seiner Analyse ebenfalls auf Herstellungsmethoden, Anwendungen und aufkommende Technologien ein. So hat Murphy die Elektrolyse als günstige sowie umweltfreundliche Methode zur Herstellung von Wasserstoff identifiziert. Derzeit kommt dieses Verfahren lediglich für einen geringen Prozentsatz der weltweiten Wasserstoffproduktion zum Tragen, zumal es hauptsächlich zur Lieferung kleiner Mengen hochreinen Wasserstoffs verwendet wird. Die weltweite Errichtung von Auftankstationen allerdings hat das Interesse an der Verwendung von Elektrolyseuren zur Produktion von Wasserstoff als Brennstoff für Automobile in jüngster Vergangenheit gestärkt.

Janina Hillgrub | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.technical-insights.frost.com
http://www.frost.com

Weitere Berichte zu: Benzin Brennstoff Brennstoff-Technologie Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise