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Fernsehen kann Lernfähigkeit von Kleinkindern beeinträchtigen

05.07.2005


Kinder unter zwei Jahren sollten nicht fernsehen



Eltern, die ihre Kleinkinder vor den Fernseher setzen, können ihre spätere Lernfähigkeit beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Washington gekommen. Fernsehen bei Unterdreijährigen wurde mit schlechteren Fähigkeiten beim Lesen und Rechnen bei Sechs- und Siebenjährigen in Zusammenhang gebracht. An der Studie nahmen 1.797 Kinder teil. Die aktuelle Studie bestätigt amerikanische Empfehlungen, wonach Kinder unter zwei Jahren nicht fernsehen sollten. Fernsehen bei Drei- bis Fünfjährigen schien die spätere Lese- und Schreibfähigkeit zu unterstützen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine veröffentlicht.



Die Forscher wiesen nach, dass jede Stunde des durchschnittlichen täglichen Fernsehens unter drei Jahren später eine negative Auswirkung auf die Testergebnisse beim Rechnen, Erkennen und Verständnis beim Lesen hatten. Fernsehen schien jedoch bei Drei- bis Fünfjährigen zumindest für das Erkennen beim Lesen und Fähigkeiten im Bereich Kurzzeitgedächtnis von Vorteil zu sein. Das Team um Frederick Zimmerman untersuchte nicht, warum ein Zuviel an Fernsehen schädlich sein könnte. Die Wissenschafter nannten eine Reihe von möglichen Ursachen. Eine Erklärung geht davon aus, dass durch das Fernsehen weniger Zeit für andere erzieherische oder spielerische Aktivitäten bleibt. Eine andere macht den intensiven visuellen und auditiven Output des Fernsehens für Schäden am sich rasch entwickelnden kindlichen Gehirn verantwortlich.

Eine weitere Studie in der gleichen Ausgabe der Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine untersuchte die Auswirkungen des Fernsehens auf ältere Kinder. Ein Team der University of Otago wies nach, dass bei jenen Fünf- bis Elfjährigen, die am meisten fernsehen, ein positiver Schulabschluss am wenigsten wahrscheinlich war. Eine dritte Studie mit achtjährigen kalifornischen Schülern zeigte, dass Kinder, die zwar über einen Fernseher aber keinen Computer in ihrem Zimmer verfügten, bei Tests hinsichtlich der schulischen Fähigkeiten am schlechtesten abschnitten. Kinder ohne Fernseher aber mit Zugang zu einem Computer schnitten am besten ab.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu
http://archpedi.ama-assn.org
http://www.otago.ac.nz

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