Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Euphorie in der Versicherungsbranche bereits wieder rückläufig

29.06.2005


Der Anteil der Optimisten unter den Topmanagern der Versicherungsbranche nimmt bereits wieder ab. Trotz zuletzt guter Zahlen ist die Verunsicherung groß, wie sich Gesetzesänderungen, Wettbewerb und die allgemeine Konjunktur auswirken werden. Die Folge: 49 Prozent der Versicherungsmanager erwarten, dass sich die Versicherer in den kommenden drei Jahren nur noch im Einklang mit der deutschen Gesamtwirtschaft entwickeln werden. Das zeigt der „Branchenkompass Versicherungen“, eine aktuelle Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Zuversichtlicher als der Durchschnitt ist die Gruppe der großen Versicherer mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Hier rechnet jeder zweite Entscheider mit überdurchschnittlichem Wachstum, wie es in der Studie heißt.


Basis der Untersuchung ist eine Forsa-Umfrage unter 100 Topentscheidern der Branche in Deutschland. Konkret erwarten nur noch zwei von fünf Befragten, dass sich ihre Unternehmen bis einschließlich 2007 besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln. Seit dem ersten Branchenkompass aus dem Jahre 2002 hat der Anteil der Optimisten damit stetig abgenommen. Vier Prozent meinen sogar, dass die Entwicklung schlechter sein wird. Die Lebensversicherer blicken hingegen verhalten in die Zukunft. Sie haben ein sehr gutes Jahr 2004 hinter sich, das Neugeschäft in 2005 hat sich aber sehr verhalten entwickelt. Dennoch sind sie zuversichtlich, dass sich ihre Policen allgemein und Rentenversicherungen gut verkaufen werden. Gleiches gilt für neue Produkte wie die Rürup-Rente. Auch für den zunehmenden Wettbewerb mit Banken und Fondsgesellschaften sehen sie sich gewappnet.

Entwicklung der Versicherungsbranche in den kommenden drei Jahren im Vergleich zur Gesamtwirtschaft:


Besser: 41 Prozent
In etwa gleich: 49 Prozent
Schlechter: 4 Prozent
Unvorhersehbar: 6 Prozent

Allerdings: Auf die letzten sechs Monate bezogen zeigt sich, dass die Versicherungen in Deutschland deutlich skeptischer sind als die in Österreich und der Schweiz, obwohl sich die Ausgangslage in Sachen Konkurrenz und Innovation inzwischen kaum mehr unterscheidet. So zeigt eine aktuelle Trendumfrage der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting und der Universität St. Gallen, dass deutsche Manager die Veränderung der Stimmung auf einer Skala von minus drei bis plus drei mit 0,18 zwar als positiv, aber gering einschätzen. Anders die Unternehmen in der Schweiz: Hier vergeben die Befragten den Wert 0,82. In Österreich scheint gar eine kleine Euphorie zu herrschen, denn die dortigen Versicherungsmanager machten ihr Kreuzchen besonders häufig im positiven Bereich, so dass hier der Spitzenwert von 1,33 zu verzeichnen ist – er liegt damit sechsmal höher als in Deutschland.

Veränderung der Grundstimmung im Versicherungsmarkt in den letzten sechs Monaten (von -3 bis +3):

Deutschland: +0,18
Österreich: +1,33
Schweiz: +0,82
Durchschnitt: +0,52

Die Unternehmen in Deutschland sind sich auf mittlere Sicht allerdings sicher, in Sachen Gewinn und Effizienz mit der internationalen Konkurrenz gleichziehen zu können. Auch wenn Kfz- und Industrieversicherer hier mit nur gut 50 Prozent skeptischer sind, erwarten unter dem Strich fast drei Viertel der im Branchenkompass befragten Topmanager eine Angleichung. Größere Sorgen bereitet ihnen dagegen der allgemeine Wettbewerb: Er steht mit 30 Prozent ganz oben auf der Liste der Herausforderungen. Mit 26 Prozent folgt die Notwendigkeit neuer Produkte auf dem zweiten Platz, und über unklare rechtliche und politische Bedingungen klagt jeder fünfte Befragte. Um diese Herausforderungen zu lösen, setzt die Branche in erster Linie auf neue Produkte (40 Prozent), auf eine verbesserte Kundenbindung (16 Prozent) und zu immerhin 15 Prozent auf teils erhebliche Investitionen in die Informationstechnik, um Kosten zu senken und Prozesse zu verbessern.

Als klare Zukunftstrends kristallisieren sich laut der Studie Produktpakete und gemeinsame Angebote mit anderen Branchen heraus. Dies meinen 72 beziehungsweise 62 Prozent der Befragten. Bei Produktpaketen werden entweder mehrere Versicherungsleistungen verknüpft oder die Versicherungen werden mit branchenfremden Produkten verbunden. Beispiele sind die Verbindung eines Kredits für den Immobilienkauf mit einer Gebäudeversicherung oder auch die Schadenpolice zum Elektrogerät aus dem Versandhandel. Auch kann mit einer Versicherung für das Wohngebäude das Ansparen von Renovierungsleistungen durch Handwerker verbunden sein. Parallel sieht jeder zweite Topmanager einen Trend zu Discountversicherungen, die nur noch einen Minimalschutz bieten.

Der „Branchenkompass 2005 Versicherungen“ ist eine Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Er zeigt, wie sich die Topmanager in der Assekuranz auf die Zukunftsmärkte und auf den Wettbewerb einstellen. Wo sehen sie die wichtigsten Markttrends? Welche Strategie verfolgen sie? Welche Investitionen planen sie? Basis ist eine Forsa-Umfrage im März und April 2005 unter 100 Führungskräfte aus 100 der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie