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Therapie gibt Schlaganfallspatient das Sprechvermögen zurück

10.06.2005


Intensives Sprachtraining schafft Abhilfe bei Aphasie



Ein intensives Sprachtraining verbessert die Sprachfähigkeiten von Schlaganfallspatienten, die durch die Erkrankung unter Sprach- und Verständnisdefiziten leiden, selbst Jahre nach dem Schlaganfall. Das ist das viel versprechende Ergebnis einer deutschen Studie, die in der aktuellen Ausgabe des American Heart Association Journal Stroke publiziert worden sind. "Durch das intensive Sprachtraining verbesserten sich die Sprachfähigkeiten der Probanden signifikant. Es fiel ihnen wesentlich leichter Dinge zu benennen, Sätze zu verstehen und wiederzugeben und Gesprochenes und Geschriebenes zu verstehen", erklärte Studienleiter Markus Meinzer von der Universität Konstanz.



An der Studie nahmen 27 Schlaganfallspatienten im Durchschnittsalter von 51 Jahren teil, die seit vier Jahren unter verschiedenen Graden von Aphasie (Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverständnisses) gelitten haben. Die Patienten unterzogen sich für den Zeitraum von zehn Tagen einer täglichen Sprachtherapie von drei Stunden. Vor dem Training hatten die Patienten Schwierigkeiten die richtigen Worte zu finden und zu verstehen, was andere Menschen sagten. Doch durch das intensive Sprachtraining konnten unmittelbar signifikante Verbesserungen erzielt werden, die auch bei einem erneuten Test nach sechs Monaten noch anhielten.

"Rund 38 Prozent der Patienten, die einen Schlaganfall in der linken Gehirnhälfte erleiden und diesen überleben, haben danach Sprachschwierigkeiten. Während es oft zu spontanen Verbesserungen innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Schlaganfall kommt, leiden immerhin 60 Prozent andauernd unter Aphasie", erklärte Meinzer.

Das Sprachtraining, das von den Forschern durchgeführt wurde, war ein Spiel, bei dem die Probanden Karten erhielten und nach den dazugehörigen Karten fragen mussten. "Die äußerst komplexen Begriffe der Sprachkarten sollten die Versuchspersonen zu komplexen Äußerungen animieren", so Meinzer. Zusätzlich wurden die Patienten in Begleitung eines Familienmitgliedes losgeschickt, um sich in realen Lebenssituation zu bewähren. So mussten sie sich beispielsweise in einem Tourismusbüro nach Sightseeingmöglichkeiten erkundigen.

Die Forscher stellten abschließend fest, dass durch das Training die Sprech- und Verständnisfähigkeit bei 85 Prozent der Patienten verbessert werden konnte. Die Patienten und deren Angehörige berichteten zudem von einer wesentlichen Verbesserung der Qualität der Alltagskommunikation.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://stroke.ahajournals.org/
http://www.uni-konstanz.de/

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