Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kaiserschnitt ab 35

09.06.2005


Eine Studie über altersbedingte Geburtsrisiken



Ein vorerst nicht geplanter aber aufgrund der Schwangerschaftskomplikationen durchgeführter Kaiserschnitt wird bei Erstgebärenden im Alter von mehr als 35 Jahre 15 Prozent häufiger vorgenommen als bei 19-26 jährigen. Die wichtigste Indikation für einen chirurgischen Eingriff im Alter ab 35 ist das relative Mißverhältnis zwischen mütterlichen Beckenmaßen und dem Kopfdurchmesser des zu gebärenden Kindes. Diese und viele andere Zusammenhänge zwischen dem Alter und den Ursachen für Kaiserschnitt stellt eine Studie von Dr. Regina Amöne Pisula fest, die an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität zu Köln durchgeführt wurde.



Dabei unterscheidet die Kölner Medizinerin im Gegensatz zu den meisten Studien den Kaiserschnitt auf Wunsch der Patientin von dem durch Schwangerschaftsverlauf bedingten. Dies ermöglicht festzustellen, dass verschiedene Kaiserschnittindikationen sowie zahlreiche Schwangerschaftsrisiken unterschiedliche Häufigkeitsgipfel je nach Altersgruppe haben.

Bei einer Reihe von Schwangerschaftskomplikationen zeigt sich eine deutliche Zunahme im Alter ab 35 Jahre. Die älteren Mütter sind häufiger Schwangerschaftsfolgen, wie zum Beispiel diabetische Stoffwechsellage, ausgesetzt. Zu den Komplikationen, die während der Schwangerschaft auftreten, gehören vorzeitige Wehen, Schwangerschaftsdiabetes und Störungen der Plazentafunktion. Häufig resultiert daraus pathologische Herzschlagfrequenz der Feten sowie Fruchtwassermangel. Außerdem verzögert sich bei den älteren Schwangeren die Geburt zum Teil um mehr als 42 Wochen, und es steigt die Gefahr des vorzeitigen Blasensprungs. Als Zeichen des kindlichen Sauerstoffmangels tritt das grüne Fruchtwasser auf.

Dr. Pisula warnt schwangere Mütter vor dem Rauchen und weist einen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und Gewicht der Neugeborenen nach. Die Kinder der Raucherinnen wiegen im Schnitt 300 g weniger als die Kinder, deren Mütter nicht geraucht haben, da das Rauchen zu einer Verminderung der plazentaren Durchströmung führt. Je älter die Raucherinnen werden, desto größer wird die Gefahr des Untergewichts bei Neugeborenen. So wiegen die Kinder der ältesten Gruppe der Raucherinnen ab 35 um ca. 100 g weniger als die Kinder der jüngeren Mütter bis 26, obwohl die jüngste Gruppe der Mütter durch einen stärkeren Zigarettenkonsum gekennzeichnet ist. Damit liegen die Kinder der älteren Raucherinnen mit dem Gewicht von 3126 g ca. 70 g unter dem Durchschnitt aller Raucherinnen. Durch das Rauchen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit der Frühgeburten zu, so Dr. Pisula.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Berichte zu: Rauchen Raucher Schwangerschaftskomplikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie