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HIV und Ebola Viren zur Behandlung von Mukoviszidose

09.06.2005


Erste Tests mit Affen erfolgreich abgeschlossen




Mukoviszidose soll durch Elemente der beiden potenziell tödlichen Viren HIV und Ebola behandelbar werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Pennsylvania gekommen. Die Viren werden dazu eingesetzt, eine gesunde Version des bei Mukoviszidose geschädigten Gens direkt in die Lungenzellen zu transportieren. Tests mit Affen waren laut dem Team um Gary Kobinger erfolgreich. Der Umstand, dass Mukoviszidose durch die Mutation eines einzelnen Gens verursacht wird, wurde 1989 erkannt. Seit diesem Zeitpunkt wurde nach einer Möglichkeit der Beseitigung dieser Schädigung geforscht.

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Die Wissenschafter kombinierten ein Protein von der Oberfläche des Ebolavirus, das auf die Lungenzellen abzielt, mit einem Teil des HIV Virus, der leicht Gene in den genetischen Aufbau von Zellen einfügt. Eine gesunde Kopie des CFTR Gens wurde in der Folge zwischen diesen beiden Komponenten eingefügt. Erste Tests zeigten, dass das Hybrid-Virus sehr wirksam ist. Bei Mäusen war das Testgen nach zwei Monaten in 24 Prozent der Atemwegszellen aktiv. Bei Affen war das Gen nach zwei Monaten in 21 Prozent der Lungenzellen aktiv. Weitere Tests werden derzeit durchgeführt. Kein Viruselement sollte in der Lage sein, eine Erkrankung zu verursachen. Im unwahrscheinlichen Fall einer Infektion würde das Virus laut NewScientist wie HIV aussehen. Wenn es in das Blut gelangte, würde es sich nicht so effektiv wie das normale Virus vermehren. Es könnte jedoch sein, dass die Patienten Auswirkungen spüren. Die größte Gefahr besteht laut NewScientist darin, dass die Ansteckung eines Patienten mit HIV zu einer neuen Virenkombination führen könnte.

Steve Hyde von der University of Oxford erklärte laut BBC, dass auf die Lunge abzielende Therapieansätze schwierig durchzuführen seien, da der Körper über umfangreiche Abwehrmechanismen verfüge. Der neue Ansatz sei sicher wirksam. Ähnliche Studien hätten gezeigt, dass der Körper rasch lerne, sich gegen das fremde Virus zu verteidigen. "Der Körper bildet Antikörper. Der Therapieansatz funktioniert beim ersten Mal. Es besteht jedoch keine Garantie, dass das auch beim zweiten Mal oder bei weiteren Versuchen so bleibt." Bedenken bestünden auch, da diese Virentherapie zu der gleichen Klasse gehöre wie jene, die Kindern mit einer Störung des Immunsystems verabreicht worden war. Bei dieser französischen Studie wurde versehentlich ein Krebs verursachendes Gen aktiviert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upenn.edu
http://www.ox.ac.uk

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