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Neuer Verdächtiger für die Entstehung von Krebs

09.06.2005



Erstmals Beweise für die Bedeutung der miRNAs erbracht

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»Gewebe »Krebserkrankung »Onkogen

Winzige Bereiche der RNA, die bis vor fünf Jahren als genetischer Schutt abgetan wurden, scheinen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs zu spielen. "MikroRNA" Moleküle, die keine Informationen für die Produktion von Proteinen enthalten, erscheinen jetzt als entscheidende Genschalter für die Regulierung der Entwicklung des Embryos und der Zellreproduktion. Drei in dem Fachmagazin Nature veröffentlichte Studien liefern die bisher klarsten Beweise, dass die Fehlanordnung von MikroRNAs die Entstehung von Krebs auslösen kann.

Das Team um Gregory Hannon vom Cold Spring Harbor Laboratory berichtet von der Entdeckung einer Anhäufung von Mikro-RNAs, die als Onkogen Blutkrebs bei Mäusen auszulösen scheint. Das Team um Todd Golub vom Dana-Farber Cancer Institute wies bei kanzerösen und gesunden Proben menschlichen Gewebes nach, das jede Art menschlichen Krebses über einen unverwechselbaren "Fingerabdruck" von miRNAs verfügt. Diese Entdeckung könnte eine bessere Diagnose von Krebserkrankungen ermöglichen. Kanzeröses Gewebe enthielt außerdem normalerweise weniger miRNA als gesundes. Das legt nahe, das miRNA für das Stoppen der Entstehung kanzeröser Zellen entscheidend sein könnte.


Joshua Mendell hat gemeinsam mit seinen Kollegen von Johns Hopkins University School of Medicine festgestellt, dass miRNAs helfen c-Myc zu regulieren. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Onkogen, dessen Fehlfunktion bei 15 Prozent der menschlichen Krebserkrankungen eine Rolle spielt. Bisher hätten sich die Hinweise ohne klare Beweise gehäuft, erklärte Sam Griffiths-Jones vom Wellcome Trust Sanger Institute. Der Kurator eines weltweiten miRNA Verzeichnisses betonte, dass die geprüften miRNAs alle eine entscheidende Rolle bei der Zellentwicklung oder dem Metabolismus spielten. Daher sei es laut NewScienstist keine wirkliche Überraschung, dass eine Fehlfunktion kanzeröse Vorgänge auslösen könne.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/nature
http://www.cshl.edu
http://www.dfci.harvard.edu

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