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Lernen im Schlaf?

09.06.2005


Neue Studie der Schlafforschung in Freiburg



In den letzten Jahren haben mehreren Arbeitsgruppen nachgewiesen, dass der Schlaf bei jungen gesunden Menschen möglicherweise die Funktion erfüllt, tagsüber Gelerntes nachts im Gedächtnis abzuspeichern. Dabei scheinen die unterschiedlichen Schlafphasen für verschiedene Lerninhalte zuständig zu sein. Während im Tiefschlaf Prozesse der bewussten Gedächtnisbildung stattfinden, scheinen im so genannten REM-Schlaf oder Traumschlaf Prozesse der unbewussten Gedächtnisbildung stattzufinden.



Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Freiburg hat ein Forschungsprojekt begonnen, mit dem die Wissenschaftler untersuchen, ob bei Patienten mit verschiedenen Formen von Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit oder dem Schlaf-Apnoe-Syndrom, das heißt einer nächtlichen Störung der Atmung, die nächtliche Gedächtnisbildung beeinträchtigt ist. Entsprechende Untersuchungen hierzu liegen bislang nicht vor. In der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen sich die Wissenschaftler erstmalig mit diesem Phänomen. Neben Patienten mit Insomnien, das heißt Schlaflosigkeit, in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, werden in der Abteilung für Pneumologie entsprechend Patienten mit einem Schlaf-Apnoe-Syndrom untersucht. Parallel dazu wird eine gesunde Kontrollgruppe, die alters- und geschlechtsvergleichbar ist, eingeschlossen. Alle Patienten und Probanden schlafen für eine Nacht im Schlaflabor und erhalten vor und nach dem Schlafengehen eine ausführliche Lern- und Gedächtnisbatterie. Nach drei Monaten werden diese Untersuchungen wiederholt. Mit diesem Forschungsprojekt wird es erstmalig möglich sein, abzuschätzen, ob Schlafstörungen mit einem Risiko der Beeinträchtigung von Gedächtnisfunktionen verbunden sind.

Im Rahmen der Untersuchung werden gesunde Probanden und Patienten mit Schlaflosigkeit und Schlaf-Apnoe im Alter von 40 bis 60 Jahren gesucht. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass Probanden und Patienten abgesehen von den Schlafstörungen weitestgehend körperlich und psychisch gesund sind.

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de/

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