Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das CNES, die ESA, die NASA und das ASC führen gemeinsam eine Studie über dauerhafte Bettlägerigkeit bei Frauen durch

20.05.2005


Die Folgen von Schwerelosigkeit auf den weiblichen Organismus sind nur unzureichend bekannt. Die meisten Studien auf der Erde wurden an Männern durchgeführt und die Zahl der Frauen, die bislang an Weltraumflügen teilnahmen, ist gering. Diese Untersuchung wird die Möglichkeit bieten, die unterschiedlichen Reaktionen von Männern und Frauen nach einem längeren Aufenthalt in der Schwerelosigkeit besser zu verstehen.


Seit Ende Februar 2005 nehmen 12 Frauen (5 Französinnen und 7 Europäerinnen, darunter 1 Deutsche) an einer Untersuchung zur dauerhaften Bettlägerigkeit teil, die im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen den Raumfahrtagenturen Frankreichs, Europas, Amerikas und Kanadas stattfindet. Die Studie wird in der Abteilung für klinische Forschung des MEDES (Französisches Institut für Raumfahrtmedizin und -physiologie) im Krankenhaus von Rangueil, in Toulouse (Frankreich) durchgeführt.

Die Untersuchung dauert zwei Mal hundert Tage und soll insgesamt an 24 freiwilligen Frauen durchgeführt werden. Während einer Dauer von 60 Tagen liegen die 12 Freiwilligen, so wie dies auch jetzt der Fall für die ersten 12 Frauen ist, im Bett, den Kopf leicht nach unten gelagert (6° unter der Horizontallinie). Diese Position simuliert die physiologischen Auswirkungen eines längeren Aufenthaltes in Schwerelosigkeit bei Astronauten. Verschiedene Forschungsprotokolle werden angewandt, um zu untersuchen, in welchem Umfang Ernährung und körperlichet Betätigung die negativen Auswirkungen eines längeren Aufenthaltes in Schwerelosigkeit bei weiblichen Astronauten auszugleichen hilft.


Die unterschiedlichen Forschungsprotokolle wurden von mehreren internationalen Teams, die nach strengsten Kriterien ausgesucht wurden, erstellt. Ziel ist es, Informationen über die beiden Geschlechtergruppen bezüglich der Muskelfunktion, des kardiovaskulären Systems, der Blutwerte, des Immunsystems, des Knochenbaus und des psychologischen Zustands zu erhalten. Alle Protokolle wurden vom CCPPRB (Beratender Ausschuss zum Schutz von Personen, die an biomedizinischen Forschungen teilnehmen) in Toulouse bestätigt und halten sich streng an die für diesen Bereich geltenden nationalen und internationalen Gesetze und Regelungen.
Diese Untersuchung ermöglicht das Zusammentragen von nützlichen Informationen zur Vorbereitung von langen bemannten Weltraumflügen im Hinblick auf künftige Forschungsmissionen der ESA (Europäische Raumfahrtbehörde). Sie wird jedoch auch einen wichtigen Beitrag zur klinischen Forschung auf der Erde liefern. Durch sie wird es ebenfalls möglich die Folgen einer langandauernden Bettlägerigkeit bei stationären Patienten besser analysieren und behandeln zu können und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die die mangelnde körperliche Aktivität kompensieren.

Eine detaillierte Darstellung der Untersuchung finden Sie auf der Webseite der ESA unter: www.spaceflight.esa.int/wise

Es wurde ein neuer Bewerberaufruf gestartet, um für die zweite Untersuchungsetappe von September-Dezember 2005 12 neue weibliche europäische Kandidatinnen zu finden.

Detaillierte Informationen über Auswahlkriterien, Teilnahmebedingungen und Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: www.medes.fr

Redakteurin: Marie de Chalup, Marie.de-Chalup@diplomatie.gouv.fr
-----------------------------------------
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 77, 18. MAi 2005)

Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

Jérôme Rougnon-Glasson | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Berichte zu: Bettlägerigkeit ESA Schwerelosigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie