Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei neue Retroviren bei afrikanischen Affenjägern entdeckt

17.05.2005


Schädlichkeit von HTLV-3 und HTLV-4 noch nicht erforscht



Wissenschaftler haben zwei neue Viren von der gleichen Familie wie HIV in Zentralafrika entdeckt, wo nicht-menschliche Primaten gejagt werden. Laut einem Forscherteam der Johns Hopkins University belegt die Studie, dass die Übertragung von potenziell gefährlichen Viren von Primaten auf den Menschen nicht außergewöhnlich ist. Krankheiten bei Jägern von Wildtieren seien daher genau zu überwachen. Viren, mit denen diese Personengruppe infiziert seien, könnten sich rasch weiter verbreiten. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

... mehr zu:
»HTLV-3 »HTLV-4 »Primat »Retrovire »Virus


Die neuen Viren gehören zu den Retroviren, einer Gruppe von Viren, die beim Menschen schwere Erkrankungen verursacht. Sie wurden mit HTLV-3 und HTLV-4 bezeichnet. Bisher wurden Menschen mit HTLV-1 und HTLV-2 infiziert. In den meisten Fällen führt eine Ansteckung zu keinen Symptomen. Es können jedoch neurologische Probleme und sogar Leukämie ausgelöst werden. Der leitende Wissenschafter Nathan Wolfe erklärte, dass das Aufkommen von HIV durch Primaten Mio. Menschen das Leben gekostet habe. Die Entdeckung von HTLV-3 und HTLV-4 zeige, dass Retroviren aktiv auf den Menschen übergriffen.

Die Wissenschafter sammelten und analysierten Blutproben von mehr als 900 in ganz Kamerun lebenden Personen. Alle untersuchten Teilnehmer berichteten von Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeit nicht-menschlicher Primaten. Dieser Kontakt war in den meisten Fällen auf die Jagd und Verarbeitung des Fleisches und in einigen Fällen auf die Haltung von Primaten als Haustiere zurückzuführen. Die Analyse der Blutproben ergab, dass die Teilnehmer mit verschiedenen Affenviren infiziert waren. Die beiden unbekannten Viren wurden bei zwei Wildtierjägern nachgewiesen. HTLV-3 verfügt über eine Ähnlichkeit zu dem Affenvirus STLV-3. Für HTLV-4 ist derzeit keine Entsprechung bei den Affen bekannt. Die Forscher nehmen an, dass es durch die artenübergreifende Übertragung einer bisher unbekannten Form von STLV entstanden sein könnte. Derzeit ist nicht klar, ob die neuen Viren für den Menschen schädlich sind oder von Mensch zu Mensch übertragen werden können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jhsph.edu
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: HTLV-3 HTLV-4 Primat Retrovire Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie