Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückenschulen: Muss der Rücken wirklich in die Schule?

17.05.2005


Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Mehr Aktivität und positive Einstellung sind die beste Prävention



Traditionelle Rückenschulen helfen Patienten nur wenig dabei, Bewegungsangst abzubauen und eine positive Einstellung zum eigenen Rücken zu entwickeln. Anstatt zu Aktivität zu ermuntern, legen sie zu viel Wert auf die Schulung "rückengerechten" Verhaltens und können damit Bewegungsangst und übertriebene Aufmerksamkeit fördern. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Erstellt wurde sie von Klaus Pfeifer, Professor am Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Erlangen. In der Studie wurden zehn der am weitesten verbreiteten Rückenschulkonzepte analysiert und bewertet.



Die Analyse zeigt: Rückenschmerzen und ihre Chronifizierung können am ehesten durch sol­che Konzepte vermieden werden, die Patienten an regelmäßige körperliche Aktivität heran­führen, sie gezielt informieren und "Positivbotschaften" vermitteln. Auch Entspannungstech­niken sind wichtige Elemente einer wirkungsvollen Rückenschule. Von den untersuchten Konzepten erfüllt das der Volkshochschulen diese Anforderungen am ehesten. Das VHS-Pro­gramm "Rückhalt - die Wirbelsäule trainieren, den Rücken stärken" baut darauf auf, dass Menschen einen aktiveren und optimistischeren Umgang mit ihrer Wirbelsäule lernen. Damit positive Beispiele wie dieses kompetent in die Praxis umgesetzt werden könnten, sei es not­wendig, die Kursleiter umfassend zu schulen, so Eckhard Volbracht, Projektmanager bei der Bertelsmann Stiftung: "Patienten aufklären, aktivieren und ermuntern - das sind die wichtigs­ten Voraussetzungen für eine wirksame Prävention von Rückenschmerzen."

Erfreulicherweise bewege sich auf diesem Gebiet in Deutschland inzwischen einiges, so Volbracht: Seit Jahresanfang würden im Rahmen einer intensiven Kooperation aller Rücken­schulverbände die Rückenschulkonzeptionen überarbeitet und an den aktuellen Wissensstand angepasst. Wenn die Konzepte entsprechend ausgerichtet und durchgeführt würden, sei ein erheblicher Beitrag zur Prävention von Rückenschmerzen zu erwarten.

Rückenschmerzen sind in Deutschland mittlerweile der zweithäufigste bis häufigste Grund für den Arztbesuch oder eine stationäre Rehabilitation und die häufigste chronische Erkrankung im Altersbereich bis 64 Jahren. Nach Untersuchungen leiden ungefähr 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer in Deutschland im Verlauf eines Jahres an Rückenschmerzen.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapi­talanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen und parteipo­litisch neutral.

Rückfragen an: Eckhard Volbracht, Telefon: 0 52 41 / 81-81 215, E-Mail: eckhard.volbracht@bertelsmann.de

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Bewegungsangst Rückenschmerz Wirbelsäule

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz