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Jugendliche haben Wissensdefizite beim Thema Rauchen

11.05.2005


Gravierende Lücken betreffen vor allem die Folgen des Rauchens



Derzeit bezeichnen sich 30 Prozent aller 16-Jährigen selbst als regelmäßige Raucher, doch trotz der fortwährenden Aufklärungsarbeit verfügen viele Jugendliche nur über ein lückenhaftes Wissen zum Thema Rauchen. Insbesondere die Folgen des Rauchens werden von vielen Jugendlichen stark unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Würzburg. "Die Schüler haben ein relativ gutes allgemeines Wissen, aber es gibt auch gravierende Lücken", erklärte Studienleiter Paul Pauli.



Die Experten befragten 229 Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren und kamen zu überraschenden Ergebnissen. Demnach messen viele Jugendliche dem Risiko, dem die Kinder von rauchenden Eltern ausgesetzt sind, zu wenig Bedeutung bei. Die Schüler kannten auch die häufigste Todesursache bei Rauchern nicht - diese sterben meist nicht an Lungenkrebs, sondern an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Größtenteils unbekannt waren den Gymnasiasten auch so genannte biopsychologische Zusammenhänge. Damit meinen die Wissenschaftler zum Beispiel die Lerneffekte, die beim Rauchen auftreten: Wer immer in bestimmten Situationen raucht, etwa nach dem Essen oder als Reaktion auf besondere Reize - zum Beispiel dann, wenn andere sich eine Zigarette anzünden - bei dem wird sich zuverlässig ein Rauchverlangen einstellen, sobald er in die jeweilige Situation kommt.

Was die Schüler ebenfalls nicht wussten: Übergewicht und auch das Einnehmen der Anti-Baby-Pille verstärken die negativen Folgen des Rauchens. Außerdem unterschätzten die Befragten den Erfolg der Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Raucher glauben im Unterschied zu den Enthaltsamen, dass Rauchen ihre Leistungsfähigkeit steigere, dass sie nicht vom Nikotin abhängig seien und dass die Clique ihr Rauchverhalten kaum beeinflusse.

Die Schüler bekamen auch verschiedene Rauchverbotszeichen vorgelegt, die sie bewerten und deren Wirkung sie einschätzen sollten. Dabei stellte sich heraus, dass die oft verwendeten Zeichen mit einer durchgestrichenen Zigarette genau das auslösen, was sie eigentlich verhindern sollen: ein starkes Rauchverlangen. Zeigten die Schilder aber einen zu Ende gerauchten Stummel, so fiel der "Nikotin-Hunger" deutlich kleiner aus. War auf den Verbotszeichen eine Schwangere zu sehen, die eine frische oder eine zu Ende gerauchte Zigarette in der Hand hält, so führte das in beiden Fällen kaum Rauchverlangen herbei.

Evelyn Lengauer | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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