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UKE-Hirnforscher kommen räumlichem Orientierungsvermögen auf die Spur

14.04.2005


Wie der Mensch lernt, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, ist Gegenstand einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience" veröffentlicht wurde.



Dipl.-Psych. Thomas Wolbers und Prof. Dr. Christian Büchel, Klinik für Neurologie, konnten erstmals zeigen, welche Funktionen die beteiligten Hirnregionen erfüllen, damit die vielfältigen neuen Eindrücke zu einer "geistigen Landkarte" zusammengesetzt werden.



Aus den Forschungsergebnissen könnten sich eventuell wichtige Konsequenzen ergeben für Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Patienten mit Gehirnschädigungen (zum Beispiel nach einem Schlaganfall), die mit räumlichen Orientierungsstörungen zu kämpfen haben.

Während die Probanden im Kernspintomographen lagen, so dass ihre Gehirnaktivität gemessen werden konnte, wurden sie mehrfach auf einem Bildschirm durch ein Netz von Straßen, Kreuzungen und Gebäuden geführt. Nach jedem Lerndurchgang wurde das neu erworbene Wissen abgefragt: Über eine Art Spielekonsole mussten die Versuchspersonen Multiple-Choice-Fragen beantworten.

Je stärker ein bestimmtes Hirnareal (der so genannte retrospleniale Cortex) beim Gang durch die virtuelle Stadt aktiviert war, desto besser konnten die Versuchspersonen später die Navigationsaufgaben lösen.

Ein weiteres Muster beobachteten die Wissenschaftler im so genannten Hippocampus, einer anderen Hirnregion, die für die Gedächtnisbildung wichtig ist. Dort war die Aktivität umso größer, je mehr neues Wissen über den Aufbau der Stadt erworben wurde. Gegen Ende des Experiments, als die "geistige Landkarte" nahezu perfekt war und nur noch wenig neues Wissen hinzukam, wurde die Aktivität dort wieder schwächer.

Die Untersuchungen wurden mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten 3-Tesla-Ganzkörper-Kernspintomographen im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbundes "NeuroImage Nord" mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gemacht.

Informationen: Dipl.-Psych. Thomas Wolbers, Tel.: 040/42803-5778

Dr. Marion Schafft | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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