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Psychotherapie ebenso effektiv wie Antidepressiva

06.04.2005


Langfristige Heilungserfolge von Depressionen durch kognitive Therapie


Eine intensive psychologische Behandlung von Patienten, die an leichten und schweren Depressionen leiden, ist ebenso effektiv wie eine medikamentöse Therapie durch Antidepressiva. Darüber hinaus ist sie durch ihren nachhaltigen Effekt auch längerfristig wirksam. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Langzeitstudie der University of Pennsylvania, welche in der aktuellen Ausgabe des Archives of General Psychiatry veröffentlicht wurde. Bei der Studie handelt es sich um die derzeit umfangreichste Abhandlung zu diesem Thema.

Um der jahrelangen wissenschaftlichen Debatte über die jeweiligen Vor- und Nachteile der medikamentösen versus der kognitiven Behandlungsweise ein Ende zu bereiten, entschloss sich das Forscherteam dazu, die Materie zu ergründen. Die Forscher bildeten drei Versuchsgruppen - bestehend aus 240 depressiven Patienten - welche wahllos in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Die jeweiligen Gruppen wurden entweder kognitiv, medikamentös - mit den Antidepressiva paroxetine (Paxil), Lithium oder desipramine - oder mit einem Placebo behandelt.


Nach einer 16-wöchigen Therapiezeit konnten die Forscher feststellen, dass sowohl die kognitive, als auch die medikamentöse Behandlung in gleichem Ausmaß zu einer Verbesserung führte. Doch durch eine intensive psychologische Behandlung wurde das Risiko für einen Rückfall signifikant gesenkt. Denn auch zwei Jahre nach Beendigung der Therapie waren die Patienten noch depressionsfrei. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass durch die Antidepressiva zwar die oberflächlichen Symptome vorübergehend verschwinden, dass jedoch nur durch eine Therapie die zugrunde liegenden Probleme der Erkrankung erfasst werden können.

"Wir konnten feststellen, dass eine kognitive Therapie auch langfristig Erfolge zeigte. Denn nur auf diese Weise werden die Patienten mit den Fähigkeiten ausgestattet, die sie brauchen um ihre Probleme und Emotionen in den Griff zu bekommen. Pharmazeutika sind zwar effektiv, kratzen jedoch nur an der Oberfläche des Problems. Darüber hinaus haben sie oft Nebeneffekte und verlieren mit der Zeit auch häufig an Wirkung", resümierte Studienleiter Robert DeRubeis.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upenn.edu

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