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Depression verdoppelt Herzinfarktrisiko

04.04.2005


Zusammenhang Seele und Herz wird entschlüsselt



Experten fordern, dass Depressionen den klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte zugerechnet werden müssen. Nach jüngsten Erkenntnissen, die bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgebracht wurden, erkranken Depressive doppelt so oft an koronaren Herzkrankheiten wie Gesunde. Wissenschafter beginnen jetzt die Zusammenhänge zwischen Herz und Seele zu entschlüsseln.



"Für die Kardiologie ist bedeutsam, dass die Depression als unabhängiger kardialer Risikofaktor gelten kann", so der Herzspezialist Florian Lederbogen. "Die Depressions bedingte Zunahme des Risikos ist vergleichbar der durch andere, klassische Risikofaktoren bedingten Gefährdung." Die Depression ist eine häufige Erkrankung, berichten die Experten. Im Zeitraum eines Jahres leiden vier Prozent aller Erwachsenen an einer ausgeprägten Depression. Auf die Lebenszeit gesehen liegt die Häufigkeit bei fünf bis zwölf Prozent für Männer und zehn bis 25 Prozent für Frauen. 15 Prozent der Menschen mit einer schweren Depression sterben durch Selbstmord.

Die Ursachen für die Erhöhung des kardialen Risikos durch Depressionen sind im Detail noch nicht geklärt. Eines scheint sich dabei allerdings herauszukristallisieren: Bei Depressiven lässt sich etwa ein erhöhter Insulinspiegel nachweisen. "Depressive erreichen nach einer standardisierten Testmahlzeit deutlich höhere Insulinkonzentrationen als gesunde Kontrollpersonen", erklärt Lederbogen. "Möglicherweise ist die bei vielen Patienten bei einer Depression nachweisbare Überaktivität des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems mit den daraus resultierenden höheren Serumkortisolkonzentrationen an diesem Effekt beteiligt." Der Forscher hat bei depressiven Frauen auch eine vermehrte Ausbildung von Bauchfett nachgewiesen.

Auch epidemiologische Studien belegen, dass depressive Symptome einen unabhängigen Risikofaktor darstellen, im Laufe der Jahre an einzelnen Komponenten des so genannten metabolischen Syndroms - Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes - zu erkranken, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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