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Autismus hängt mit einer Dysfunction der Spiegelneuronen zusammen

30.03.2005


Spiegelneuronen reagieren nur auf die Bewegungen der Autisten selbst



Bei Autisten funktionieren die Gehirnschaltungen, die Menschen ermöglichen die Aktionen anderer wahrzunehmen und zu verstehen, nicht auf die herkömmliche Art und Weise. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California gekommen. Die EEGs von zehn Patienten mit Autismus wiesen eine Dysfunktion des Spiegelneuronensystems auf. Ihre Spiegelneuronen reagieren nur auf ihre eigenen Aktionen und nicht auf die anderer. Bei Spiegelneuronen handelt es sich um Gehirnzellen im prämotorischen Kortex. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Cognitive Brain Research veröffentlicht.



Heute wird davon ausgegangen, dass das menschliche Spiegelneuronensystem nicht nur bei der Ausführung und Beobachtung von Bewegungen eine Rolle spielt, sondern auch bei höheren kognitiven Prozessen. Dazu gehören zum Beispiel die Sprache, die Fähigkeit andere zu imitieren oder von ihnen zu lernen, ihre Intentionen zu erkennen oder mit ihrem Schmerz zu fühlen. Autismus wird teilweise genau durch Defizite in diesen Bereichen charakterisiert. Frühere Studien legten daher nahe, dass ein dysfunktionales Spiegelneuronensystem die beobachteten Pathologien erklären könnte. Die aktuellen Forschungsergebnisse unterstützen diese Hypothesen in einem entscheidenden Ausmaß.

Die Forscher sammelten EEG Daten von zehn männlichen Autisten, die als "hoch funktionsfähig" eingestuft wurden. Das bedeutet, dass sie über ein ihrem Alter entsprechendes Sprachverständnis und -fähigkeit sowie über einen IQ von über 80 verfügten. Die Kontrollgruppe bestand aus zehn ähnlich alten männlichen Kontrollpersonen. Die Daten wurden auf Unterdrückungen des mu Rhythmus untersucht. Diese Gehirnwellenmuster werden unterdrückt oder blockiert, wenn das Gehirn damit beschäftigt ist, etwas zu tun, zu sehen oder eine Aktion zu imaginieren und korrelieren mit den Aktivitäten des Spiegelneuronensystems. Bei den meisten Menschen wird die mu Welle bei der Reaktion auf eigene Bewegungen und bei der Beobachtung der Bewegungen andere unterdrückt.

Die Teilnehmer wurden gestestet, während sie ihre Hände bewegten und während sie Videos mit weißem Rauschen, springenden Bällen und einer sich bewegenden Hand sahen. Die Spiegelneuronen der autistischen Teilnehmer reagierten nur auf ihre eigenen Bewegungen. Das Team um Lindsay Oberman betont, dass die aktuelle Studie zum Verständnis der neuralen Ursachen des Autismus beitrage. Ein neuer Ansatz für eine frühe Diagnose und potenzielle Ansätze zur Behandlung seien damit gefunden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu
http://www.sciencedirect.com/science/journal/09266410

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