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Europamarkt für Instandhaltung, Reparatur und Überholung von Düsenflugzeugen

30.03.2005


Outsourcing und Konsolidierung kennzeichnen den Europamarkt für Instandhaltung, Reparatur und Überholung von Düsenflugzeugen


Auf Europa entfällt nahezu ein Drittel des insgesamt 36 Milliarden US-Dollar schweren Marktes für Instandhaltung, Reparatur und Überholung (maintenance, repair and overhaul - MRO) der weltweiten kommerziellen, regionalen und geschäftlichen Düsenflugzeuge. Bereits seit der ersten Jahreshälfte 2004 zeichneten sich drei Haupttendenzen auf dem Markt ab: die verstärkte Auslagerung von MRO-Aktivitäten, die stetig steigende Benutzung von PMA-Teilen (parts manufacturer approval - PMA) und eine kontinuierliche Konsolidierung.

"Verglichen mit den Vereinigten Staaten werden in Europa mehr MRO-Prozesse ausgegliedert", bemerkt Kirti Timmanagoudar, Analystin bei Frost & Sullivan (http://www.aerospace.frost.com). "Das liegt zum einen an der steigenden Zahl der preiswerten Fluganbieter in Europa, und zum anderen an der durchschnittlich kleineren Flotte europäischer Flugunternehmen, welche Aktivitäten außerhalb ihrer Kernkompetenz zumeist auslagern."


Zahl der Billigflug-Anbieter steigt

Heute sind fast 50 der über 80 in Europa verkehrenden Fluglinien Billigflug-Anbieter. Da diese oft alle Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, auslagern, ist die Zahl der MRO-Drittanbieter in Europa signifikant gestiegen. Maßnahmen zur Kosteneinsparung sowie zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit tragen ebenso zum Outsourcing-Trend bei.

Ein einzigartiges Phenomen des europäischen MRO-Marktes ist, dass die größten Drittanbieter, wie Lufthansa Technik, KLM Engineering & Maintenance, SR Technics und Air France Industries, Fluglinien angegliedert sind. Dabei führt die Lufthansa Technik AG mit 20 Prozent Anteil den europäischen Markt an, gefolgt von den MRO-Einrichtungen von KLM und Air France, die zusammen einen Marktanteil von 10 Prozent auf sich vereinen können.

MRO-Dienstleister forcieren Einsatz von PMA-Teilen

Obwohl PMA-Teile - von den Luftfahrtbehörden zugelassene Ersatzteile, die nicht von den Originalherstellern (original equipment manufacturer - OEM) stammen - in Europa nicht so gefragt sind wie in den USA, ist dennoch ein steigender Gebrauch zu verzeichnen. Diese Entwicklung wird von einer verbesserten Industriestruktur ebenso gestützt wie durch große MRO-Dienstleister, die Fluglinien dazu motivieren, PMA-Teile einzusetzen.

"PMA-Teile bieten neben einem enormen Kostenvorteil von 30 bis 50 Prozent die gleiche Qualität wie Originalteile der Herstellerfirma," erklärt Frau Timmanagoudar. "Etliche Anbieter von Instandhaltungs-, Reparatur- und Überholungs-Diensten sowie Fluglinien arbeiten mit Lieferanten von PMA-Teilen zusammen, um eine Alternative zur Monopolstelllung der OEMs zu entwickeln, die bisweilen exorbitante Preise verlangen."

PMA-Anbieter setzen OEMs unter Druck

Auch wenn sich PMA-Teile noch nicht vollständig durchgesetzt haben, veranlasst deren Einsatz durch führende Teilnehmer des Düsenflugzeug-Marktes die OEMs dazu, ihre Preise zu überdenken, innovative Lösungen zu finden und damit die Kunden zu halten.

Von den vier Segmenten der MRO-Industrie wird sich das der Maschinen und der Komponenten vermutlich am positivsten entwickeln, da sie den größten Teil der Gesamtmarkteinkünfte ausmachen und künftig weiter wachsen sollen. Doch auch im Bereich Wartung wird der Bedarf steigen, denn infolge einer regen Nachfrage wurden Ende der 90er Jahre zahlreiche Flugzeuge ausgeliefert, die nun zum ersten Mal einer großen Wartung unterzogen werden müssen.

Angebot an MRO-Diensten übersteigt Nachfrage

Große europäische Fluglinien wie beispielsweise Lufthansa, KLM, Air France und Swiss Air besitzen heute zumeist ihre eigenen Dienstleister, eine Entwicklung, die für die derzeitige Überkapazität an MRO-Services verantwortlich ist. Folglich wächst der Druck auf die MRO-Gewinnmarge, was zusammen mit der Überkapazität an Services zu Konsolidierungen in der europäischen MRO-Industrie führt. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen, wobei Unternehmen wie Lufthansa, Air France und KLM kleinere Wettbewerber aufkaufen werden.

Ebenso wie der Druck auf die Gewinnmargen steigen die Arbeitspreise in ganz Europa. Als Antwort darauf haben viele MRO-Betriebe arbeitsintensive Aufträge wie beispielsweise große Wartungen von europäischen Ländern in asiatische Niedriglohnländer wie China verlagert. Ein Beispiel ist Lufthansa Technik, die die großen Wartungen im Heimatland eingestellt und nach China, Irland und die Philippinen ausgelagert hat.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Einführung in den Europamarkt für Instandhaltung, Reparatur und Überholung von Düsenflugzeugen in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Janina Hillgrub, Corporate Communications (Janina.Hillgrub@frost.com).

Titel der Analyse: Equity Research - MRO Analysis (B414)

Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die ihre Kunden bei allen strategischen Entscheidungen zur lokalen als auch globalen Ausweitung der Geschäftsaktivitäten unterstuetzt. Analysten und Berater erarbeiten pragmatische Lösungen, die zu überdurchschnittlichem Unternehmenswachstum verhelfen. Seit mehr als vierzig Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über ein einzigartiges Spektrum an Dienstleistungen und einen enormen Bestand an Marktinformationen. Frost & Sullivan arbeitet mit einem Netzwerk von mehr als 1000 Industrie-analysten, Beratern und Mitarbeitern und unterhält 19 Niederlassungen in allen wichtigen Regionen der Welt.

Weitere Informationen:

Janina Hillgrub
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt am Main
Tel: 49 (69) 77 0 33 11
Fax: 49 (69) 23 45 66
E-Mail: Janina.Hillgrub@frost.com

Janina Hillgrub | Frost & Sullivan
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