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Impfstoff gegen Lungenentzündung senkt Kindersterblichkeit

30.03.2005


16 Prozent weniger Kinder in Gambia gestorben



Ein Impfstoff gegen Lungenentzündung könnte die Leben von Tausenden Kindern retten. Zu diesem Ergebnis ist eine von der WHO und dem Medical Research Council unterstützte Studie gekommen. Erstmals wurde nachgewiesen, dass ein Impfstoff einen derart großen Einfluss auf die Sterblichkeit in Afrika haben kann. Die Forscher vergleichen die Auswirkungen mit jener von Moskitonetzen bei Malaria. Das Impfen von 17.000 Kindern gegen eine Bakterie, die Lungenentzündung verursacht, verringerte die Sterblichkeit um 16 Prozent. Streptococcus pneumoniae tötet weltweit jährlich bis zu eine Mio. Kinder unter fünf Jahren. Die meisten Kinder sterben in den Entwicklungsländern. Die Ergebnisse der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.



Impfstoffe gegen Lungenentzündung stehen laut BBC seit rund vier Jahren zur Verfügung. Studien in Amerika und Südafrika wiesen die Wirksamkeit dieser Impfstoffe nach. Nicht untersucht wurde, ob die Impfstoffe die Sterblichkeit senkten. Die aktuelle Studie wurde für die Dauer von vier Jahren in Gambia durchgeführt. Sie ergab, dass der Impfstoff nicht nur die Zahl der Todesfälle verringerte, sondern auch die Zahl der Einweisungen ins Krankenhaus und der Erkrankungen selbst. Bei geimpften Kindern kam es zu 15 Prozent weniger Krankenhausaufenthalten und 37 Prozent weniger Erkrankungen.

Die leitende Wissenschafterin Felicity Cutts betonte, dass Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung zu den Hauptursachen für Sterblichkeit und schwere Erkrankungen bei afrikanischen Kindern gehörten. Die Ergebnisse der Studie seien sehr viel versprechend. Mitautor Brian Greenwood von der London School of Hygiene and Tropical Medicine erklärte, dass damit erstmals direkt nachgewiesen wurde, dass eine Impfung Todesfälle durch Lungenentzündung verhindern kann. WHO-Generaldirektor Lee Jong-wook wies darauf hin, dass die Herausforderung jetzt darin bestünde, den Impfstoff für die Kinder Afrikas zur Verfügung zu stellen. Laut Greenwood ist die Versorgung mit Impfstoffen in Afrika von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Kosten von 150 Dollar pro Kind spielten zusätzlich eine entscheidende Rolle.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.mrc.ac.uk
http://www.thelancet.com

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