Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hotelgewerbe in Deutschland verzeichnet erstmals seit drei Jahren positives Wachstum

21.03.2005


Das Jahr 2004 hat den deutschen Hoteliers einen Silberstreif am Horizont beschert: Zum ersten Mal seit 2001 wurde beim revPAR, dem Erlös pro verfügbarem Zimmer, wieder ein positives Wachstum verzeichnet. Wie aus den Jahresergebnissen der HotelBenchmark Studie von Deloitte hervorgeht, konnte Deutschland dabei fast die gesamte europäische Konkurrenz hinter sich lassen - nur Großbritannien meldete noch bessere Zahlen. Insgesamt lag der revPAR in Deutschland fast fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres.


Wie die folgende Grafik zeigt, ist der höhere revPAR in allen Ländern mit Ausnahme Großbritanniens auf höhere Belegungsraten zurückzuführen. Deutschland macht in diesem Punkt zwar keine Ausnahme, kann aber auch einen leichten Aufwärtstrend bei den durchschnittlichen Zimmerpreisen verzeichnen, die 2004 um 0,4 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums lagen.

Wirtschaftliche Erholung


Der Anstieg des revPAR in Deutschland ist nicht zuletzt eine Folge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs. Die deutsche Wirtschaftslage war das ganze Jahr über Thema in den Medien und wurde unterschiedlich beurteilt. Die Economist Intelligence Unit (EIU) geht jedoch davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2004 um 1,7 Prozent zugelegt hat. Dies wäre das stärkste Wachstum seit 2000.

Während sich die Entwicklung in der Exportwirtschaft nach anfänglich sehr guten Ergebnissen der ersten Jahreshälfte 2004 mittlerweile wieder verlangsamte, gehen Wachstumsimpulse derzeit verstärkt von gestiegenem Verbrauchervertrauen und höherer Inlandsnachfrage aus. Die EIU prognostiziert für 2005 einen Anstieg des BIP um 1,4 Prozent.

Entwicklung der Übernachtungszahlen

Die ersten Daten des statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen für 2004 insgesamt 338,9 Millionen Übernachtungen. Der vergleichsweise geringe Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber 2003 lässt sich trotz eines deutlichen Anstiegs der Übernachtungszahlen ausländischer Gäste mit dem Rückgang an inländischen Übernachtungen erklären.

Mehr Gäste aus dem Ausland

Besucher aus Europa bleiben mit drei Viertel aller Übernachtungen der wichtigste Markt für die deutsche Hotelbranche. Neueste Zahlen der deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) belegen einen Anstieg der Übernachtungen von Besuchern aus europäischen Ländern um sieben Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres 2004.

Seit der EU-Erweiterung spielen die osteuropäischen Länder eine wichtigere Rolle. Die Zahl der Übernachtungen aus Polen erhöhte sich um elf Prozent, während Russland diesbezüglich um 8,7 Prozent zulegte.

Am deutlichsten machte sich der Aufwärtstrend jedoch bei den Overseas Markets bemerkbar: Bis September 2004 stieg die Zahl der Übernachtungen chinesischer und amerikanischer Gäste im Vergleich zum Vorjahr um 51 bzw. 17 Prozent.

Inlandsmarkt hinkt hinterher

"Natürlich sind die steigenden Besucherzahlen aus dem Ausland erfreulich, doch darf darüber nicht vergessen werden, dass der deutsche Hotelmarkt sehr stark vom Inlandsgeschäft abhängig ist. 2004 lag der Anteil deutscher Gäste an den Gesamtübernachtungen bei 86,6 Prozent. Das Wachstum bei den ausländischen Übernachtungen wirkt sich somit aufgrund des geringen Marktanteils von 13,4 Prozent nur im untergeordneten Maße auf das Gesamtergebnis aus", so Michael Müller, verantwortlicher Director der Industry Line Hospitality Deloitte Deutschland.

revPAR-Verluste in nur vier deutschen Städten

Von den 21 Städten, die für die deutsche Ausgabe des HotelBenchmark Surveys 2004 berücksichtigt wurden, meldeten nur vier einen Rückgang des revPAR: die Ostsee-Anrainer Rostock und Lübeck sowie Frankfurt und Wiesbaden. In Rostock fiel der revPAR im Verlauf des Jahres um 10,2 Prozent. Da die Stadt jedoch von April bis Oktober 2003 Ausrichter der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) war, die 2,6 Millionen Besucher anlockte, überrascht es nicht, dass dieses Ergebnis im Folgejahr nicht gehalten werden konnte. Die Märkte im Rhein-Main-Gebiet litten dagegen unter dem Fehlen einiger größerer Messen wie Paperworld, ISH und IAA, die nur alle zwei Jahre stattfinden. Für 2005 ist deshalb wieder mit einem besseren Jahr für die Hotels in Frankfurt und Umgebung zu rechnen.

Essen und Düsseldorf konnten 2004 das stärkste revPAR-Wachstum in Deutschland erzielen (siehe Grafik unten). Düsseldorf hatte als Gastgeber von Veranstaltungen wie Messe Düsseldorf, K-International, Drupa und Glasstec ein besonders erfolgreiches Messejahr, von dem Essen als unmittelbare Nachbarstadt profitierte. In beiden Städten stieg der revPAR im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent.
Optimistischer Ausblick

Die Aussichten für die deutsche Hotelbranche sind nach den mageren vergangenen Jahren wieder besser. Unter der Voraussetzung eines besseren wirtschaftlicheren Umfelds können sich steigende Inlandsnachfrage und Übernachtungszahlen positiv auf die Ergebnisse des laufenden Jahres auswirken. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland wird 2005 und besonders 2006, dem Jahr der Fußballweltmeisterschaft, weiter ansteigen. Bereits dieses Jahr finden in Deutschland einige internationale Großereignisse statt, darunter der FIFA Confederation Cup und die World Games. Das verschafft den deutschen Hoteliers eine gute Ausgangsposition, um die 2004 erzielten Auslastungszahlen zu verbessern und den durchschnittlichen Zimmerpreis weiter anzuheben.

Hinweis: Alle Analyseergebnisse in Euro.

Die Studie

Die HotelBenchmark Studie von Deloitte ist die größte unabhängige Quelle für Performance-Daten aus dem Hotelgewerbe außerhalb Nordamerikas. Aus den für über 6.000 Hotels und 1,2 Millionen Zimmern erfassten Daten werden folgende Einzelreports erstellt:

  • Vier regionale Preis- und Belegungsreports für die Regionen Asien/Pazifik, Europa, Mittel- und Südamerika sowie Mittlerer Osten/Afrika.
  • 11 landes- bzw. städtespezifische Preis- und Belegungsreports für Australien, Belgien & Holland, China, Deutschland, Großbritannien, Italien, Katar, Neuseeland, Spanien, Südafrika und London.
  • Rentabilitätsstudien für Deutschland und London.
  • Eine jährliche Rentabilitätsstudie auf Basis von Performance-Daten aus allen Weltregionen.

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright (c) 2005 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Antonia Wesnitzer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Berichte zu: HotelBenchmark Hotelgewerbe Mitgliedsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen