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Arthur D. Little Studie: Entwicklung des Breitbandmarktes

18.03.2005


Österreich weiterhin nur im Wachstums-Mittelfeld



International wird der Breitbandmarkt auch in den kommenden Jahren weiter stark wachsen. Österreich, einst Spitzenreiter in Sachen Breitbandwachstum fällt jedoch weit hinter die führenden Märkte, wie die Niederlande oder die Schweiz zurück. Die Gründe dafür erörtert die neuste Studie zum globalen Breitbandmarkt von Arthur D. Little.



Österreich weiterhin nur im Breitband-Mittelfeld

"Während z.B. die Schweiz im letzten Jahr ein Wachstum in der Breitbandpenetration um 14 Prozentpunkte auf 40% der Haushalte erzielte, blieb Österreich mit einem Wachstum von nur 6% Prozentpunkten auf 25% der Haushalte weiter im Mittelfeld und weit hinter den Niederlanden und Schweden", so Karim Taga, Geschäfstführer von Arthur D. Little Österreich.

Die Gründe für das geringe Wachstum sieht Taga wie folgt: "In vielen Ländern werden wesentlich stärkere Anstrengungen von der öffentlichen Hand gesetzt, um die Breitbanddurchdringung zu steigern. Als Beispiele hierfür sind im besonderen die führenden asiatischen Staaten wie Korea oder Taiwan zu sehen."

Taga führt weiter aus: "Darüber hinaus fehlen attraktiver Anwendungen für die Kunden. So werden in erfolgreichen europäischen Breitbandländern wie der Schweiz, den Niederlanden oder auch Frankreich zunehmend umfassende Breitbandpakete inklusive TV- und Videodiensten vermarktet. Dabei beschränken sich solche Produkte nicht auf Kabelnetze, wo dieser Leistungsumfang bereits seit längerem auch mit analoger Technologie angeboten werden, sondern sind auch mit ADSL und Glasfasernetzen herstellbar."

Die Studie stellt weiters auch fest, dass es zu einem Preiswettbewerb in Österreich gekommen ist. Während die Anzahl der Anschlüsse um 36% zugelegt hat stieg der Umsatz im Anschlussbereich nur um rund 18%. Ein weiterer Preisverfall ist zu erwarten, wenn Anbieter keine klare Differenzierung bzw. neue Anwendungen entwickeln.

Neue Anwendungen als Wachstumstreiber

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist Voice over IP. Neben kostengünstigen Sprachdiensten ermöglichen softwarebasierte VoIP Lösungen (wie z.B. Skype) neue Anwendungen, die bisher noch nicht am Telefon verfügbar waren. So können - ähnlich wie beim Instant Messaging - Nutzer erkennen, ob in der Kontaktliste eingetragene Freunde oder Bekannte gerade online bzw. erreichbar sind und sogleich per Knopfdruck mit Ihnen in Kontakt treten. "Aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von VoIP ist mit einer erheblichen Auswirkung dieser Technologie, deren Voraussetzung im Normalfall ein Breitbandanschluss ist, auf die weitere Entwicklung des Festnetz- und Breitbandmarktes zu rechnen." kommentiert Taga die zukünftigen Entwicklungstrends im Anwendungsbereich: Heute nutzen bereits rund 4% der österreichischen Breitbandkunden VoIP. Bis 2010 erwartet Arthur D. Little einen Anstieg dieses Anteils auf mehr als 50%, wodurch VoIP zur wichtigsten Sprachkommunikationstechnologie im Festnetz wird.

Mobiles Breitband aus Basis verschiedener Technologien als "Wachstumsturbo"

Ein weiterer Kerntrend im Breitbandmarkt ist die zunehmende Bedeutung kabelloser Breitbanddienste, wodurch die ’traditionelle’ Unterteilung zwischen Fest- und Mobilnetz aufgeweicht wird: Die Entwicklung mobiler Breitbanddienste ist zur Zeit eine der wichtigsten Entwicklungen im Telekommunikationsmarkt. Während einige Mobilfunkbetreiber schon heute breitbandorientierte Dienste auf Basis von UMTS anbieten, steht eine ganze Reihe weiterer Technologien kurz vor dem Start, welche die Leistungsfähigkeit mobiler Breitbanddienste auf das Niveau des heutigen festnetzbasierten Breitbands heben werden. Die 2004 versteigerten Lizenzen für den 3,5 GHz Bereich öffnen den Raum für einen derartigen Technologiewettbewerb - drei Anbieter bauen zur Zeit ihre Netze in diesem Frequenzbereich aus. Die für das zweite Quartal 2005 erwartete Lizenzversteigerung im 450 MHz Bereich wird neue Breitband-Technologien ermöglichen, die in Nachbarländern wie Tschechien bereits erfolgreich genützt werden.

Die Studie belegt, dass aktuell in Österreich erst wenige Kunden auf derartige drahtlose Breitband-Produkte setzen, sich dies jedoch bis 2010 auf mehr als 20% der Breitbandkunden erweitern kann. "Insgesamt", so Taga "gibt es ausreichend Potentiale am österreichischen Breitbandmarkt, so dass ein reiner Preiswettbewerb nicht notwendig ist. Neue Anwendungen wie TV, Video oder VoIP und neue mobile Zugangstechnologien können Österreich im internationalen Ranking weiter nach vorne bringen."

Zur Studie:

Der aktuelle Breitband-Report von Arthur D. Little "The Arthur D. Little Global Broadband Report Update 2005" basiert auf einer weltweiten Untersuchung in 24 Ländern in Nordamerika, Südamerika, Europa und in Asien. Diese Länder repräsentieren 90 Prozent des weltweiten Breitband-Marktes. Die qualitativen und quantitativen Ergebnisse errechnen sich aus Marktforschung, Analysen lokaler Breitband-Experten und Interviews mit führenden Unternehmen der Breitbandindustrie. Insgesamt wurden über 80 Interviews, darunter mit allen führenden Marktteilnehmern in Österreich, geführt. Die Studie berücksichtigt die Unternehmen, die den Breitbandmarkt maßgeblich bestimmen. Dies sind ISPs, Netzbetreiber, Inhalte-Anbieter und Endgerätehersteller sowie nationale Regulierungsbehörden. Den Ergebnissen liegen drei zentrale Fragestellungen zugrunde: Wie wird sich der Breitbandmarkt in den nächsten fünf Jahren entwickeln? Was sind die treibenden Kräfte für das Wachstum im Breitbandmarkt? Wie wird sich die Entwicklung des Breitbandmarktes auf die Telekommunikation und andere verwandte Branchen auswirken?

TIME (Telecommunication, Information, Media, Electronics):

Die global aufgestellte TIME Practice von Arthur D. Little berät Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Informationstechnik, Medien und Elektronik. Die ADL Berater unterstützen ihre Kunden rund um den Globus bei der Lösung strategischer, operativer und technologischer Aufgabenstellungen. Das Beratungsspektrum reicht von der Konzeptentwicklung (Strategie, Organisation, Prozesse, IT) bis zur Umsetzung. Darüber hinaus arbeitet die TIME Practice mit Investoren bei großen Finanzierungsprojekten sowie Unternehmenskäufen und -verkäufen zusammen.

Dr. Karim Taga | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.adlittle.at

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