Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"GEM 2004": Internationale Studie zum Gründergeschehen

17.03.2005


Zahl der Gründungen bleibt stabil, Gründungsklima eher negativ


Den diesjährigen Länderbericht Deutschland des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) stellte heute Prof. Dr. Rolf Sternberg von der Universität zu Köln gemeinsam mit Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, und Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in der KfW Niederlassung in Berlin vor. Die Studie untersucht jährlich das Gründungsgeschehen in Deutschland im internationalen Vergleich. Dabei befragte GEM im vergangenen Jahr in 33 Ländern knapp 150.000 Bürger und mehr als 1.350 Gründungsexperten.

Die zentralen Aussagen des Berichts zur Struktur des Gründergeschehens in Deutschland sind:


Die Anzahl der Existenzgründungen aus der ökonomischen Not hat zu-, die der Gründungen zur Ausnutzung einer Marktchance relativ abgenommen. Die Gesamtquote der "werdenden" Gründer ist lediglich minimal gesunken, nämlich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,39 % und bleibt damit stabil. 16% der "werdenden Gründer" waren zum Zeitpunkt der Befragung bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.

Erfreulich ist der siebte Rangplatz Deutschlands beim Anteil potenziell wachstumsstarker Gründungen. Ernüchternd ist dagegen, dass nur 13% der befragten Erwachsenen die Gründungschancen positiv einschätzen - so wenig wie in keinem der übrigen 33 GEM-Länder. Deutschland belegt bei der öffentlichen Förderinfrastruktur, also der Anzahl und Qualität staatlicher Förderprogramme für Gründer, den ersten Platz. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Förderung von Gründungen hierzulande richtig aufgestellt ist.

In einem Sonderbeitrag widmet sich der diesjährige GEM-Länderbericht ausführlich dem Thema "Existenzgründungen an Schulen und Hochschulen". In Deutschland bestehen sowohl innerhalb von Schulen als auch im außerschulischen Bildungsbereich (Hochschule, Wirtschaft) erhebliche Defizite gegenüber vergleichbaren GEM-Ländern bzgl. der Behandlung des Themas "Existenzgründungen". "Dies ist besonders deshalb bedenklich, weil viele Werte und Einstellungen, die die spätere Gründungsneigung steuern, bereits bei Heranwachsenden von deren Umfeld geprägt werden", erläuterte Wirtschaftsgeograph Prof. Rolf Sternberg. Besonders ernüchternd fällt der internationale Vergleich im Bereich der Schule (Primar- und Sekundarstufe) aus, obgleich eine leichte Verbesserung seit 1999 feststellbar ist. "Hier ist dringend zusätzliches, im Themenfeld ’Wirtschaft/Gründungen’ kompetentes, Lehrpersonal erforderlich", sagte Prof. Sternberg. "Ohne entsprechende Ausbildung dieses Lehrpersonals an den Universitäten ist keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten."

"Obwohl sich in Deutschland jährlich deutlich mehr als eine Million Menschen selbständig machen und diese beachtliche Anzahl eine große Bedeutung für die Volkswirtschaft hat, ist die Datenlage zu dieser Zielgruppe immer noch stark unterentwickelt. Die KfW Bankengruppe gibt deshalb selber den jährlichen repräsentativen Gründungsmonitor heraus und unterstützt seit fünf Jahren die GEM-Studie, die auf dem Gebiet der internationalen Vergleichbarkeit Pionierarbeit geleistet hat. Dabei ist Forschung für uns nie Selbstzweck, sondern fließt in unsere Förderstrategie und -produkte ein", sagte Dr. Norbert Irsch. Im Produktangebot der KfW Mittelstandsbank stehen Gründern die Programme "Unternehmerkredit", "Unternehmerkapital" und für Beteiligungen im Hochtechnologiebereich der "ERP-Startfonds" offen. Darüber hinaus gibt es speziell für Kleingründungen "StartGeld" (bis 50 000 EUR) und "Mikro-Darlehen" (bis 25 000 EUR). Aktuell wurde im Mikro-Darlehen mit "Mikro 10" ein neues Förderfenster für Gründungen unter 10 000 EUR bereit gestellt, um dieses risikoreiche und ertragsschwache kleinteilige Kreditgeschäft für die durchleitenden Hausbanken attraktiver zu gestalten.

Dr. Ulrich Walwei erläuterte, dass das Engagement der Bundesagentur für Existenzgründungen erheblich zugenommen hat. Für eine wachsende Anzahl Arbeitsloser werden Überbrückungsgeld und Ich-AG ein Weg aus der Arbeitslosigkeit. Im Einklang damit hat auch das Gewicht der entsprechenden Forschung im IAB zugenommen. Dazu gehöre auch die erstmalige Beteiligung am GEM im Rahmen einer Forschungskooperation.

Forschungen des IAB belegen, dass durch eine rege Gründungstätigkeit neue Arbeitsplätze entstehen, die sich auch qualitativ durchaus sehen lassen können. Insofern sind vermehrte Existenzgründungen eine Quelle wirtschaftlicher Dynamik. Allerdings ist bereits lange bekannt, dass dies für "Gründungen aus Not" in geringerem Umfang gilt, als für Gründungen, bei denen andere Motive wie z.B. neue Geschäftsideen im Vordergrund stehen. Dies ist vor allem in Ostdeutschland problematisch, da hier eine mangelnde Beschäftigungsalternative für fast jeden Zweiten der Grund ist, auf die Selbständigkeit hinzuarbeiten.

Sonja Höpfner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics