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Erst molekulare Verfahren machen Mikroben in Pools erkennbar

15.03.2005


Bestehende Verfahren reichen nicht aus



Moderne molekulare Verfahren können reichlich vorhandene in der Luft befindliche Mikroben erkennen, die von konventionellen Verfahren zur Feststellung von Sauberkeit nicht erfasst werden. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschafter der Washington University gekommen. Ihre Studie basiert auf der Untersuchung eines Therapiebeckens in einem Krankenhaus, das für die Erkrankung von neun Mitarbeitern verantwortlich war. Das Team um Largus Angenent fordert in den Proceedings of the National Academy of Sciences, dass molekulare Verfahren zur Sicherung des Schutzes in Gesundheitseinrichtungen eingesetzt werden, da die bestehenden Verfahren nicht in einem ernsten Ausmaß unzureichend seien.

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Die Mitarbeiter, die den warmen Innenraumpool eines Krankenhauses im Mittleren Westen nutzten, erkrankten im Jahr 2000 an Hypersensitivitätspneumonitis, einer Erkrankung, die einer Lungenentzündung ähnlich ist. Die Kultivierung von Proben der Betroffenen ergab, dass die Bakterie Mycobacterium avium verantwortlich war. Das Becken war mit einem modernen Desinfizierungssystem ausgestattet. Dieser Vorfall veranlasste die Wissenschafter zur genaueren Untersuchung des Pools und der Umgebung mittels molekularer Verfahren. Laut Angenent sind in der Luft befindliche Mikroben besonders schwer auf herkömmlichem Weg im Labor nachzuweisen. "Nur 1 Prozent der im Boden vorkommenden Organismen kann im Labor gezüchtet werden. Unser Ansatz sucht nach allen möglichen Organismen." Entscheidend sei, das von den realen Bedingungen ausgegangen werde und man sich nicht nur auf Laborkulturen verlasse.

Die Wissenschafter arbeiteten mit Proben der DNA der Keime. Sie testen das Wasser des Beckens, den Wasserfilm auf den Wänden des Beckens und die Luft über dem Pool. Für das Sammeln der Proben wurde ein steriler Filter eingesetzt. In einem nächsten Schritt wurde die DNA extrahiert und auf ein Gen getestet, das in allen Lebensformen vorkommt. Dieses Gen kodiert für einen Sektion der ribosomalen RNA, 16s, die sich während der Evolution kaum verändert hat. Das Team erweiterte die verschiedenen vorgefundenen Genformen, die alle einen anderen Stamm eines Organismus repräsentierten. Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass nicht erkennbar ist, ob ein Erreger den Menschen infizieren kann. Bei Erkrankungen wie der Hypersensitivitätspneumonitis ist das jedoch nicht entscheidend, da die Symptome einfach aufgrund einer biologischen Reaktion auf das Vorhandensein des Krankheitserregers in den Lungen verursacht werden.

Die aktuelle Studie wies zusätzlich eine relativ große Menge von Gram positiven Bakterien in der warmen Luft über dem Becken nach. Diese Bakterien, zu denen auch das Mycobacterium gehört, können durch Desinfektionssystem unbeabsichtigt verstärkt werden. Laut Angenent verfügen diese Bakterien über stark wachsähnliche Zellbeschichtungen, die sie gegen Chlor oder Wasserstoffperoxid resistent machen. So könne es dazu kommen, dass alles andere abgetötet werde, nur diese extrem widerstandsfähigen Organismen nicht. In diesem Fall sind sie auch keiner Konkurrenz ausgesetzt, erklärte der Forscher gegenüber NewScientist.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wustl.edu
http://www.pnas.org

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