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Rauchende Mütter erhöhen das Krebsrisiko ihres Fötus

09.03.2005


Genetische Mutation verursacht Erkrankung im späteren Leben des Kindes



Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, haben ein erhöhtes Risiko, die Gene ihres ungeborenen Fötus zu beschädigen, berichtet der Branchendienst Science Daily. Wissenschafter der spanischen Universitat Autonoma de Barcelona konnten erstmals in einer Studie den genetischen Beweis der Schädlichkeit des Rauchens für den sich entwickelnden Fötus erbringen. "Die genetischen Mutationen, die wir in unseren Untersuchungen feststellten, erhöhen das Risiko des Ungeborenen an Krebs zu erkranken und Leukämie zu bekommen", erklärte Josep Egozcue, der Leiter der Studie. Die Ergebnisse der Studie wurden heute, Mittwoch im Journal of the Medical Association der Öffentlichkeit vorgestellt.



Die Experten untersuchten ein Sample von 50 schwangeren Frauen, von denen die Hälfte seit über zehn Jahren täglich mindestens zehn Zigaretten rauchten und stellten ihnen eine Kontrollgruppe von 25 Nichtraucherinnen gegenüber. Um zu bestimmen, ob das Rauchverhalten der Mütter einen genotoxischen Effekt auf die amniotischen Zellen hatte, analysierten die Experten die chromosomale Instabilität und eruierten, ob bestimmte chromosomale Regionen besonders betroffen waren. Die amniotischen Zellen, die sich im Fruchtwasser befinden, wurden in weiterer Folge in Routinekontrollen analysiert.

Die Forscher fanden heraus, dass die Zellen jener Föten, deren Mütter Raucherinnen sind, um 12 Prozent mehr chromosomale Abnormitäten aufwiesen als die Föten der Kontrollgruppe, mit einer Beschädigungsrate von vier Prozent. Darüber hinaus konnte eine bestimmte chromosomale Region als besonders betroffen eruiert werden, der in früheren Studien eine Schlüsselfunktion bei der Entstehung von Krebs, der die Blutzellen und das Blut betrifft, zugeschrieben wurde. Die Experten ziehen aus der ermittelten erhöhten chromosomalen Abnormität durch den genotoxischen Effekt von Tabak den Schluss, dass die Föten in weiterer Folge ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken. "Rauchen während der Schwangerschaft kann der Auslöser für Krebs im späteren Leben des Kindes sein", resümierte Egozcue.

Schon frühere Studien haben ergeben, dass das Rauchen während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf das Ungeborene hat. So werden zum Beispiel die Einnistung des Fötus außerhalb der Gebärmutter, Blutungen in der neonatalen Phase, verzögertes Wachstum des Kindes oder Entbindungskomplikationen dem Rauchen zugeschrieben. "Manche Studien geben sogar Hinweis darauf, dass sich durch das Rauchen das genetische Material des sich entwickelnden Fötus ändert", erklärt David DeMarini vom der US Environmental Protection Agency.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencedaily.com
http://www.uab.es
http://www.jama.ama-assn.org

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